Editorial

Traversini vor Gericht: Wie steht es in Luxemburg mit der politischen Verantwortung?

Rücktritte, Skandale und fehlende Konsequenzen werfen Fragen zum Umgang mit Macht und Vertrauen in die Politik auf. Hier kann die „Gaardenhaischen“-Affäre als positives Beispiel dienen.

Roberto Traversini tritt im September 2019 zurück nach der Gaardenhaischen-Affäre

Im September 2019 zog Roberto Traversini die Konsequenzen aus der „Gaardenhaischen-Affäre“ und trat von seinen Ämtern zurück Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard

Ab Montag muss sich der ehemalige Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini wegen mutmaßlicher Vorteilsnahme im Amt und der Veruntreuung öffentlicher Gelder vor Gericht verantworten. Im Mittelpunkt des Prozesses stehen Unregelmäßigkeiten innerhalb der Gemeindeverwaltung sowie beim „Centre d’initiative et de gestion local“ (CIGL).

Gut sechs Jahre sind seit der sogenannten „Gaardenhaischen“-Affäre vergangen. Einer Affäre, die nicht nur Traversini, sondern auch die damalige Umweltministerin Carole Dieschbourg das Amt kostete. Beide Politiker von „déi gréng“ traten zurück, noch bevor die Affäre juristisch aufgeklärt war. Sie übernahmen damit politische Verantwortung – ein Schritt, der in Luxemburg nach wie vor Seltenheitswert hat.

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