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Maskiert – besser spät als nie

Maskiert – besser spät als nie

Schon lange vor den ersten Corona-Fällen gab es die ersten Hamsterkäufe, auch in Luxemburg. Noch vor Klopapier waren einfache Hygienemasken Mangelware: erst in Apotheken und Drogerien, dann in Arztpraxen und Krankenhäusern. Und das, obwohl Experten wie die vom deutschen Robert-Koch-Institut ständig erklärten, die Masken böten sowieso nur davor Schutz, dass der Träger andere ansteckt. Nun wäre das ja schon ein guter Grund, eine zu tragen. Immer mehr Menschen erschloss sich allerdings nicht, wieso eine millimeterdicke Stoffbarriere in eine Richtung zwar nützlich sein, in die andere aber so wirkungslos bleiben sollte, als sei sie gar nicht da. Waren die Millionen maskierten Asiaten alle doof?

Dann änderte sich die Situation: Immer mehr Experten sangen das Mantra von der totalen Unwirksamkeit nicht mehr mit: Doch, ja, auch einfache Masken (und sogar Schals) senken das Infektionsrisiko, zumindest um einige Prozent. Dann tauchten im Netz die Bastelanleitungen auf: Einzelpersonen oder Gruppen, die sowieso gerade viel Zeit haben, schwingen die Nadel und auch Firmen, die sonst anderes herstellen, sind jetzt im Maskengeschäft. Schön, dass das Umdenken kam. Leider sehr spät: So ist wertvolle Zeit verstrichen, in der schon viele Masken hätten angefertigt werden können – und Infektionen verhindert. Dazu muss man die Teile allerdings auch tragen und da gibt es einen seltsamen Punkt: Obwohl sich sicherlich auch viele Privatleute früh mit Masken bevorratet haben, sieht man sie bislang nur selten auf der Straße. Blöd, wenn die Masken nur in den Hamster-Kellern liegen, ohne benutzt zu werden. Da kann man nur hoffen, dass das beim Klopapier nicht auch so ist.

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