Editorial
Kastrierte Oompa-Loompas: Roald Dahls Werk soll niemanden mehr verletzen
Roald Dahls Kinderbücher sollen in der Originalversion entschärft werden – der französische Verlag sieht jedoch nicht ein, wieso irgendwas an den Übersetzungen geändert werden sollte
Kurz nach Ballettdirektor Marco Goeckes Hundekotattacke steht der nächste Kulturskandal vor der Tür: Mitte Februar gab die (von Netflix aufgekaufte) Roald Dahl Story Company bekannt, dass das Werk des weltweit bekannten Kinderbuchautors entschärft wird, damit sich ja niemand mehr am Gebrauch verschiedener Beschreibungen oder Wörter stößt: Das Adjektiv „fat“ soll beispielsweise durch „enormous“ ersetzt werden, die Oompa Loompas werden genderneutral, das Wort „hässlich“ wird ganz gestrichen.