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Fachkräfte sind auch weiblich
Die Suche nach Fachkräften ist in aller Munde. Patronatsverbände führen die Debatte oftmals emotional, zwischen Verärgerung und Ratlosigkeit. Die Politik setzt ihre Hoffnungen in sogenannte Talente aus aller Welt, die es anzulocken gilt. Ein Parameter bleibt erstaunlicherweise außen vor. Die Frage der Arbeit der Frauen.
Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Arbeitswelt braucht die Frauen. Noch immer sind deutlich weniger Frauen erwerbstätig. Das zeigt die Beschäftigungsquote. Die Arbeitnehmerschaft in Luxemburg bestand 2022 zu 59 Prozent aus Männern und zu 41 Prozent aus Frauen (gerade bei Grenzgänger*Innen ist der Beschäftigungsunterschied aufgrund der langen Arbeitswege besonders hoch)[1]. Noch immer arbeitet jede dritte Frau nur in Teilzeit gegenüber gerade mal 6 Prozent der Männer. Noch immer haben Frauen Karriereunterbrechungen, weil sie den Löwenanteil der unbezahlten Sorgearbeit in Familie und Haushalt stemmen. Das führt nicht nur zu niedrigeren Löhnen und Renten (Stichwort „Pension Pay Gap“[2]), sondern auch zu einer geringeren Präsenz der Frauen auf dem Arbeitsmarkt.