Editorial
Eskalation der Worte: Die verbalen Grenzüberschreitungen des US-Präsidenten
Mit seiner eskalierenden Wortwahl könnte US-Präsident Trump auch Grenzen im Krieg gegen den Iran überschreiten, meint Guy Kemp im Leitartikel.
US-Präsident Donald Trump versetzt die Welt ebenfalls mit seinen Äußerungen zunehmend in Schrecken Foto: Kent Nishimura/AFP
„Er ist verrückt geworden“ (…he has gone insane), schrieb Marjorie Taylor Greene, die ehemalige republikanische US-Abgeordnete, dieser Tage auf der Online-Plattform X über den US-Präsidenten und sprach von „Trumps Wahnsinn“.
Dem wollen wir nicht widersprechen, auch wenn wir keinerlei Sympathien für die Autorin hegen. Das einstige Trump-Fangirl aus Georgia reagierte damit auf einen Post des Präsidenten der Vereinigten Staaten, in dem dieser droht, im Iran Kraftwerke und Brücken zerstören zu lassen und den Menschen dort in Aussicht stellt, bald „in der Hölle zu leben“, wenn die Straße von Hormus nicht geöffnet werde. In einer Pressekonferenz meinte Trump auf die Frage, ob ein Angriff auf die iranische Infrastruktur nicht ein Kriegsverbrechen sei, kurzerhand: „Nein!“ Auf die Nachfrage „Warum nicht?“ antwortete Trump: „Weil sie Tiere sind.“ Am Dienstag noch warnte er, „eine ganze Zivilisation“ werde sterben. Die verbalen Grenzüberschreitungen an der US-Staatsspitze sind weit fortgeschritten und treiben dessen damit einhergehende moralische Verrohung weiter voran.