Editorial
Es ist gut, dass die Ukraine auf dem Weg in die EU ist – aber ein böser Verdacht drängt sich trotzdem auf
Dieses Bild vom Treffen Macrons mit Selenskyj in Kiew ging um die Welt: Was flüstert der französische Präsident dem ukrainischen da gerade ins Ohr? Foto: AFP/Ludovic Marin
Feierstimmung in Brüssel. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs haben der Ukraine einstimmig den EU-Kandidatenstatus angeboten. Die Tür zur Europäischen Union steht der Ukraine jetzt einen Spaltbreit offen. Nur kann niemand voraussagen, wie groß die Ukraine sein wird, die vielleicht einmal hindurchschreiten wird. Russland besetzt, die Krim miteinbezogen, ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Und weil der Beitrittsprozess Ewigkeiten dauern wird, lässt sich nicht einmal ausschließen, dass irgendwann ein Land mit der Hauptstadt Lwiw der EU beitreten wird. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass Moskau auch nur einen Acker, eine Straße oder einen Bach aus den bereits eingenommenen Gebieten freiwillig wieder hergeben wird. Dass es seine Invasion stoppen wird, ist auch nicht abzusehen. Russland ist in die Ukraine gekommen, um zu bleiben.