Editorial

Die US-Wahlen zeigen ein zutiefst gespaltenes Land

Polizeibeamte verfolgen eine Demonstration am Tag der US-Präsidentschaftswahl in Los Angeles

Polizeibeamte verfolgen eine Demonstration am Tag der US-Präsidentschaftswahl in Los Angeles Foto: dpa/AP/Ringo H.W. Chiu

In den Stunden nach den US-Wahlen kam vieles, woran die USA derzeit leiden, noch einmal wie unter einem Brennglas zusammen: Zu sehen war ein Präsident, der wie andere Autokraten in der Geschichte vor ihm demokratische Einrichtungen nur so lange respektiert, wie sie ihm nutzen; ein Wahlsystem, das in vielerlei Hinsicht reformbedürftig ist; eine Wählerschaft, das heißt ein Land, das politisch zutiefst gespalten ist. Da Donald Trump Teil des Problems ist, kann von ihm keine Lösung ausgehen. Als gäbe es dafür nicht genug Belege, lieferte Trump gleich am Wahlabend noch einmal nach. Millionen von Wählerstimmen ignorierend, proklamierte er sich, einem billigen Despoten gleich, zum Sieger der Präsidentschaftswahlen und ließ sich von den Seinen feiern. (Nebenbei bemerkt, in Europa outete sich wenig später der slowenische Regierungschef Janez Jansa ebenfalls als Antidemokrat, indem er Trump gratulierte. Mit Jansa dürften wir in der EU demnach noch Ärger bekommen.)

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