Editorial
Die US-Republikaner zersetzen mit Trump die Demokratie
Donald Trump verlässt den Trump Tower auf dem Weg zur New Yorker Generalstaatsanwaltschaft, wo er im Rahmen einer zivilrechtlichen Untersuchung aussagen musste. Was er aber nicht tat. Foto: Julia Nikhinson/AP/dpa
Die Hausdurchsuchung beim ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat wieder einmal ein Schlaglicht auf den Zustand der republikanischen Partei und die sich daraus abzeichnenden Aussichten auf die im Spätherbst anstehenden Kongresswahlen geworfen. Die politische Kultur in der „Grand Old Party“ (GOP), wie die Republikaner ihre Partei in Bezug auf sicherlich bessere Zeiten gerne nennen, ist demnach einem weiter voranschreitenden Verfall ausgesetzt, der sich im Zuge der parteiinternen Vorwahlen und der eigentlichen Wahlkampagne fortsetzen wird. In vielen US-Bundesstaaten haben sich bereits Trump-Kandidaten für die Senats- oder Abgeordnetenwahlen bei den Vorwahlen durchsetzen können. Die Unterstützung Trumps können sich aber nur jene Kandidatinnen und Kandidaten sichern, die sich zu dessen Lüge der gestohlenen Präsidentschaftswahl bekennen und dem haltlosen Vorwurf der Verschwörung möglicherweise noch eins draufsetzen. Wie etwa David Farnsworth, der noch einmal für den Senat von Arizona kandidieren will und gar meinte, die Verschwörung sei vom „Teufel selbst geleitet“ gewesen.