Kommentar
Der Unkonkrete – Luc Friedens große Erklärungen entpuppten sich als Schwafel-Fest
Luc Friedens Plan für die kommenden fünf Jahre: Frieden, Freude, Eierkuchen Foto:Editpress/Fabrizio Pizzolante
Wer geglaubt hat, dass sich zum seltsam unkonkreten Koalitionsvertrag nun endlich die versprochenen „Erklärungen“ gesellen würden, wurde enttäuscht. Luc Friedens Regierungserklärung war so flach, sie hätte besser zu einem Diplomaten-Dinner oder einem Kaffeekränzchen bei Oma gepasst als in ein Haus, in dem eigentlich gestritten werden soll.
Die Rede strotzte vor allem von einem: Allgemeinplätzen. Luxemburg stärken. Demokratie stärken. EU stärken, NATO stärken. Verantwortung, Verständnis, Menschenrechte. Alles schöne Dinge, die hierzulande aber eigentlich selbstverständlich sein sollten. Die große Vision fürs Land? Nach wie vor unbekannt. Das mutlose Rezept der Rede folgt offenbar der Devise: Besser schwafeln ohne Ende, als später seine markigen Sätze um die Ohren gehauen bekommen.
Jetzt sind Regierungserklärungen keine Bierzeltreden und der eine oder andere mag sagen: Etwas weniger Aufregung ist zur Abwechslung mal nicht schlecht fürs Land. Aber die Rhetorik-Nerds unter den Luxemburgern werden sich wohl trotzdem ein Tränchen nicht verkniffen haben, wenn sie sich angesichts Friedens Einschlaf-Mantras an die Auftritte seines Vorgängers erinnerten. Xavier Bettel konnte man ja vorhalten, was man wollte – aber nicht, dass er kein guter Redner war. Weinen, lachen, ausrasten … Wenn Bettel an ein Pult schritt, dann wusste man: Jetzt wird’s lustig. Oder traurig. Oder peinlich.
Wenn Frieden an ein Pult schreitet, weiß man: Jetzt wird’s langweilig.
Xavier Bettel hat gerne mit großen Gesten große Ankündigungen gemacht, die später, nun ja, teilweise etwas in den Mühlen der Geschichte verschwunden sind. Immerhin diesen Vorwurf kann man Luc Frieden bis jetzt nicht machen.