Editorial
Der Ukraine-Krieg als Bewährungsprobe für die EU
Auf einem Friedhof mit vielen frischen Gräbern im Süden der jüngst befreiten ukrainischen Stadt Kherson wird Olena Afanasievska zu Grabe getragen, die am 24. Dezember bei einem russischen Raketenangriff getötet wurde Foto: AFP/Dimitar Dilkoff
Der 24. Februar 2022 wird als der markanteste Tag dieses Jahres zumindest in die europäischen Geschichtsbücher eingehen. Es ist nicht nur der Tag, ab dem die gesamte Ukraine mit einem verbrecherischen Krieg überzogen wurde, mit dem Ziel, das Land gegenüber Moskau gefügig zu machen. Der Tag bedeutet auch für die EU-Staaten einen Wendepunkt. Und das in vielerlei Hinsicht. Zwar bemühen sich die 27 seit Jahren, wenn auch mit mäßigem Eifer, in alle Richtungen eine gutnachbarschaftliche Politik zu betreiben. Die Unbedachtheit, mit der jedoch gegenüber dem Osten des Kontinents agiert wurde, hat alle aufgeschreckt. Die ersten Lehren daraus werden derzeit gezogen, wenn auch manche davon, wie etwa im Energiebereich, eher aufgenötigt werden.