Editorial

„Ass dat sou schwéier ze verstoen?“: Wenn die Vernunft an ihre Grenzen stößt

Weil die Regierung nicht alles schließen will oder kann, appelliert Premierminister Xavier Bettel (DP) an den sozialen Zusammenhalt und die Vernunft der Menschen, sich doch bitte an die inkohärenten Regeln und die Hygieneschutzmaßnahmen zu halten

Weil die Regierung nicht alles schließen will oder kann, appelliert Premierminister Xavier Bettel (DP) an den sozialen Zusammenhalt und die Vernunft der Menschen, sich doch bitte an die inkohärenten Regeln und die Hygieneschutzmaßnahmen zu halten Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Hat die Regierung eine Strategie, um die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen signifikant zu senken? Diese Frage wird zurzeit in vielen Ländern kontrovers diskutiert. In Luxemburg wurde bereits von mehreren institutionellen, politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren darauf hingewiesen, dass die gesetzlichen Maßnahmen weder kohärent noch konsequent seien. In Abwesenheit von verlässlichen Daten und Zahlen zum Infektionsgeschehen wirkt sogar das Schließen der Restaurants und Gaststätten wie ein Schuss ins Blaue. Nur weil andere Länder das auch tun, muss es noch lange nicht richtig sein. In Deutschland können laut Robert-Koch-Institut 75 Prozent der Infektionen nicht rückverfolgt werden, in Luxemburg sind es rund 50 Prozent. Niemand weiß, ob sich nicht mehr Menschen am Arbeitsplatz oder in der Schule als im Restaurant oder beim Sport mit SARS-CoV-2 infizieren. Die einzig kohärente Strategie wäre, wieder alles zu schließen, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) kürzlich auf einer Pressekonferenz.

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