Lëtzebuerger Landesuebstbauveräin

Wassermangel bedroht Ernten: Obstproduzenten fordern angepasste Infrastruktur

Mehr heimisches Obst und Gemüse? Der gute Wille der Regierung reicht laut „Landesuebstbauveräin“ nicht aus. Ohne funktionierende Bewässerung und Sammelbecken in Trockenzeiten steht Luxemburgs lokale Lebensmittelversorgung auf dem Spiel.

Die Wasserversorgung wird zunehmend zum Problem für Luxemburgs Landwirte

Die Wasserversorgung wird zunehmend zum Problem für Luxemburgs Landwirte Foto: Robert Michael/dpa

Die lange Trockenheit und die hohen Temperaturen stellen Luxemburgs Gemüse- und Obstproduzenten vor große Herausforderungen. Die Lage sei inzwischen nicht nur agronomisch, sondern auch wirtschaftlich problematisch, wie der Lëtzebuerger Landesuebstbauveräin am Dienstag in einer Pressemitteilung schreibt.

Mehr als nur Komfort

Die Bewässerung der Kulturen sei inzwischen keine Komfortlösung mehr, sondern eine Notwendigkeit – und die koste. Darüber hinaus sei damit zusätzliche Arbeit verbunden, und dennoch könne die Bewässerung das Regendefizit nicht immer zur Gänze kompensieren. Somit würden einerseits die Kosten der Landwirte steigen und andererseits aber die Ernteerträge sinken – und somit auch deren Einkommen.

Obstbauern laufen zudem das Risiko, dass ihre Bäume Schäden davontragen und auch die Ernte des kommenden Jahres bereits negativ beeinträchtigt wird.

Der „Lëtzebuerger Landesuebstbauveräin“ begrüße zwar die Ziele der Regierung, auf nationaler Ebene mehr Obst und Gemüse zu produzieren, um die Importabhängigkeit zu reduzieren und die Lebensmittelversorgung resilienter zu gestalten. Doch der gute Wille allein reiche dafür nicht aus. Um diese Ziele zu erreichen, bedürfe es jedoch angemessener Produktionsbedingungen – darunter die Verfügbarkeit von Wasser in Trockenperioden.

Infrastruktur muss angepasst werden

Luxemburg benötige laut Lëtzebuerger Landesuebstbauveräin demnach zusätzliche Infrastruktur, um Regenwasser in Zeiten des Überflusse zu speichern – beispielsweise in Form von Reservoirs und Sammelbecken. Zudem bemängelt die Vereinigung, dass entsprechende Pilotprojekte kaum oder nur sehr langsam vorankämen. Angesichts der klimatischen Veränderungen müsse dringend gehandelt werden, um auch in Zukunft noch Gemüse und Obst in Luxemburg produzieren zu können. (WiR)

Die Dürre hinterlässt auf Deutschlands Feldern tiefe Spuren

Der Deutsche Bauernverband zeichnet ein dramatisches Bild von der diesjährigen Ernte nach der wochenlangen Trockenheit. Bei der Vorstellung seiner Bilanz meinte Bauernpräsident Joachim Rukwied, die diesjährige Ernte sei von enormen regionalen Unterschieden geprägt. „Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt“, so Rukwied.

Wie fällt die Bilanz insgesamt aus?

Der Bauernverband (DBV) rechnet insgesamt mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte von 41,9 Millionen Tonnen. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr (2025: 45,2 Millionen Tonnen). Der Ertrag über alle Getreidearten liegt mit 68,9 Dezitonnen pro Hektar um neun Prozent unter dem Vorjahr.

Welche Kultur wurde am stärksten getroffen?

Am stärksten hat es den Winterraps mit einem Ertragseinbruch von 20 Prozent getroffen. In Summe wurden nur 3,3 Millionen Tonnen geerntet. Neben der Trockenheit machten demnach auch hoher Schädlingsdruck und die fehlende Verfügbarkeit wirksamer Mittel gegen Erdfloh und Kohlschotenmücke den Beständen zu schaffen. Die Wintergerste hält demgegenüber mit 9,5 Millionen Tonnen das Vorjahresniveau.

Wo gibt es noch Probleme?

Bei Kartoffeln zeichnet sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, „selbst auf beregneten Flächen sind kaum durchschnittliche Erträge zu erwarten“, so der Bauernverband. Bei Zuckerrüben sieht es freilich regional deutlich schlechter aus. Zusätzlich breitet sich die Schilf-Glasflügelzikade bundesweit weiter aus. Auch bei Obst und Gemüse seien die Anbauflächen rückläufig.

Wie steht es um die Versorgung der Tiere nach der Dürre?

Schlecht. In besonders betroffenen Regionen ist demnach auch nach den ersten Schnitten kein Gras auf dem Grünland mehr nachgewachsen, was sowohl bei der aktuellen Versorgung der Tiere als auch beim Aufbau ausreichender Winterfuttervorräte fehlt. Trotz regionaler Futterbörsen ist damit zu rechnen, dass dies zum Abbau einiger Tierbestände führen wird.

Was bedeutet die Lage für die Verbraucher?

Sie müssen wohl mit steigenden Preisen rechnen, etwa bei Brot und Fleisch. Aber nicht sofort, wie Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) betonte. „Ich gehe nicht davon aus, dass es sofort teurer wird, weil die Lebensmittelpreise auch noch von vielen anderen Faktoren abhängen – von der Lieferkette, vom Transport, von der Erzeugung.“

Von unserem Korrespondenten Hagen Strauß, Berlin

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