Wetterkolumne

Rauch aus der Eifel und endlich Regen: So dreht sich das Wetter in Luxemburg

Die Wetterlage dreht sich. Nach vielen Wochen und Monaten mit außergewöhnlicher Hitze und Dürre bringt diese Woche endlich wieder Regen ins Spiel. Gleichzeitig hat einen das Wochenende riechen lassen, welchen Schaden die anhaltende Trockenheit bereits angerichtet hat.

Rauchschwaden am Sonntag über Huldingen

Rauchschwaden am Sonntag über Huldingen Foto: Claudine Turchi

Rauch aus der Eifel

Was viele Luxemburger seit Samstagnacht buchstäblich gerochen haben, hat seinen Ursprung nördlich der Grenze. In der Hürtgenwald-Region in der deutschen Eifel war am späten Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen, ein weiteres Feuer folgte bei Kempenich in Rheinland-Pfalz. Im Hohen Venn in Belgien entwickelte sich ein dritter, noch größerer Brand, der besonders auch für uns noch relevant werden sollte. Dort brennen ungefähr 3.000 Hektar Wald, ein schnelles Ende ist nicht absehbar. Die Feuerwehren und Einsatzkräfte arbeiten weiter mit Hochdruck. In der vergangenen Nacht wurden erste Teile des Raums Monschau evakuiert.

Für Luxemburg bedeutete das trotz der Entfernung spürbare Auswirkungen. Dicker Qualm zog am Wochenende und in der vergangenen Nacht über das Land, die Luftqualität war zeitweise extrem schlecht. Augen und Hals brannten, auch gesunde Personen berichteten von Atembeschwerden. Ob weitere Rauchfahnen erneut über Luxemburg ziehen, hängt von der Windrichtung ab. Aktuelle Projektionen deuten darauf hin, dass der Hauptteil meist knapp nordöstlich an uns vorbeiziehen soll, Überraschungen sind aber nie auszuschließen.

Der Regen kommt zurück

Und damit zur wichtigsten Nachricht dieser Woche: Erstmals seit langer Zeit zeigen alle großen Modelle übereinstimmend Regenoptionen für die kommenden Tage. Das ist ein Bild, das zuletzt Wochen zurückliegt.

Am Dienstag berechnet das deutsche ICON-Modell zwischen Vormittag und frühem Nachmittag potenziell flächigeren Regen, auch das europäische Modell hat diese Signale, wenn auch von der Fläche her weniger ausgeprägt. Das amerikanische Modell sieht das meiste an uns vorbeiziehen, bleibt damit aber die Mindermeinung. Der Mittwoch bringt eine Kaltfront mit einem schleppenden Charakter, was bedeutet, dass sich der Regen mit etwas Glück deutlich länger über uns aufhalten könnte als bei einem schnell durchziehenden System. Wo genau wie viel herunterkommen wird, lässt sich erst kurzfristig sagen.

Ab Donnerstag gehen die Modelle wieder auseinander. Das amerikanische sieht weitgehend trockenes Wetter bis zum Wochenende, das europäische schließt freitags noch lokale Schauer nicht aus. Für Samstag und Sonntag könnte sich ein kurzes Zwischenhoch einschieben, bevor danach erneut atlantische Störungen Einfluss nehmen.

Man kann die Fragen „Wo?“ und „Wann?“ also nicht genau beantworten, aber nach all diesen Wochen tut es gut, endlich mal wieder ein wenig Regen in den Wetterkarten zu sehen. Derzeit werden bis einschließlich Sonntag Mengen von zwischen 5 und knapp 30 l/m² angedeutet.

Derzeit keine neue Hitze mehr in Sicht

Am Dienstag wird es ähnlich wie gestern, dies bei Höchstwerten von 22 bis 28 Grad. Ab Mittwoch pendeln sich die Höchstwerte bei rund 22 bis 24 Grad ein, und auch für den weiteren Wochenverlauf ist keine Hitze mehr in Sicht. Für das Wochenende werden etwas höhere Werte berechnet, aber kein Temperaturniveau mehr über 30 Grad. Nach aktuellem Stand zeigt sich in keinem Modell mehr ein Szenario mit einer neuen Hitzewelle. Einzelne Wärmeschübe bleiben möglich, der Höhepunkt dieses außergewöhnlichen Sommers scheint aber überschritten.

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