Luxemburg-Stadt

Warum Radwege in der Hauptstadt nur selten rot markiert sind – und bald vielleicht blau

In Luxemburg-Stadt kommt auf Radwegen zu wenig rote Farbe zum Einsatz – das findet zumindest die Oppositionspartei „déi gréng“. In einer Gemeinderatssitzung am Montag bestätigte Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP), dass Rot nur begrenzt genutzt wird, und erläuterte die Gründe dafür.

Farbig markierte Radwege sollen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen

Farbig markierte Radwege sollen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Die Stadt Luxemburg ist eher sparsam mit roten Markierungen und nutzt diese nur an sehr, sehr gefährlichen Orten“, unterstrich François Benoy („déi gréng“) in der Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderats am Montag. Dabei bezog er sich auf die farbliche Gestaltung der Fahrradwege in der Hauptstadt. „Dort, wo es sich anbietet, sollte mit Farbe gearbeitet werden“, ergänzte das Oppositionsmitglied und wies darauf hin, dass sich auch Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) für rote Fahrradwege ausgesprochen habe. 

Patrick Goldschmidt (DP) bestätigte, dass die Stadt Luxemburg rote Markierungen „seit Jahren“ nur an gefährlicheren Orten einsetzt. Denn, so der Mobilitätsschöffe: „Unsere Position ist keine Generalisierung der roten Farbe im urbanen Raum“. Er erläuterte dann die Gründe dafür: „Wenn ich jetzt an rote Markierungen in der Avenue de la Liberté denke … – da muss man schauen, wie das im Verhältnis zu den Gebäuden und zum Allgemeinen Bebauungsplan (PAG) steht.“ Die Stadt will die auffällige Farbe Patrick Goldschmidt zufolge „nicht banalisieren“, da diese Autofahrerinnen und Autofahrer dazu aufrufe, aufzupassen. 

Der Politiker hielt fest, dass das Ministerium vor allem in ländlichen Gebieten tätig sei, und erklärte: „Das ist dann eine andere Sache, wenn man dort rote Farbe einsetzt.“ In der Hauptstadt soll die Farbe ihm zufolge weiterhin ausschließlich an gefährlichen Stellen verwendet werden – wie dies auch ein externes Büro aus Kopenhagen der Stadt empfohlen habe. François Benoy erkundigte sich, ob die entsprechenden Studien dem Gemeinderat vorgestellt würden, erhielt darauf jedoch keine klare Antwort.

Einsatz anderer Farbe

Mit Blick auf den Farbeinsatz im Straßenverkehr sagte Patrick Goldschmidt an François Benoy gerichtet: „Das heißt nicht – und da sind wir ganz bei Ihnen – dass man nicht darüber nachdenken könnte, Fahrradinfrastrukturen farblich abzuheben.“ Auf die Farbe seiner Partei anspielend erklärt er schmunzelnd, dass in Kopenhagen Blau für Radwege genutzt wird. Er kündigte an: „Wenn neue bauliche Maßnahmen kommen, wollen auch wir blaue Farbe nutzen.“ Zwar sei in der Avenue de la Gare derzeit kein neues Infrastrukturprojekt geplant, dennoch wolle die Stadt „versuchen, da blaue Farbe hinzubekommen.“ 

In der Hauptstadt sind Radwege nur dort rot markiert, wo es als besonders gefährlich gilt

In der Hauptstadt sind Radwege nur dort rot markiert, wo es als besonders gefährlich gilt Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der sanften Mobilität wurden laut Patrick Goldschmidt dem Schöffenrat bereits vorgestellt und sollen im Januar in einer Gemeindekommission Thema sein. Der „Service circulation“ arbeite mit weiteren städtischen Diensten an einem Zeitplan, um „die eine oder andere Maßnahme so schnell wie möglich“ im kommenden Jahr umzusetzen. An manchen Orten werde es „mit Sicherheit zu guten Verbesserungen für das Fahrrad kommen“.

Der liberale Politiker gab zu, dass Verbesserungen nötig seien, betonte jedoch: „Es soll nicht so rüberkommen, dass die Stadt nicht sicher für das Fahrrad ist.“ Er verwies darauf, dass in der Hauptstadt seit mehreren Monaten kein tödlicher Radunfall zu verzeichnen sei, und sagte: „Wir hoffen, dass das noch jahrelang so bleibt, und werden alles dafür tun, die Infrastruktur dementsprechend zu verbessern.“ 

Mehr zu diesem Thema:
Nach Verkehrsunfall: Wie die Gemeinde für mehr Sicherheit beim Radfahren sorgen will

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