Luxemburg

Messerattacke zwischen zwei 14-Jährigen: Verdächtige nach Tat in Schrassig untergebracht

Zwei minderjährige Schülerinnen beginnen in der Kantine ihrer Schule einen Streit. Später zückt eine von ihnen auf der Straße ein Messer und greift ihre Kameradin an.

Polizeilich sichergestelltes Messer als Symbolbild für Kriminalität und Sicherheit bei Polizeieinsätzen

Ein polizeilich sichergestelltes Messer (Symbolbild) Foto: Paul Zinken/dpa

Nach einer Messerattacke zwischen zwei 14-jährigen Mädchen im Umfeld des „Lycée technique du Centre“ (LTC) sitzt die Angreiferin in Schrasssig in Haft. Das teilte die Staatsanwaltschaft Luxemburg am Mittwoch mit. Grund dafür ist, dass die Unisec in Dreiborn derzeit voll belegt ist.

Laut Staatsanwaltschaft war die Polizei gegen 12.30 Uhr über einen Angriff mit einer Stichwaffe informiert worden. Nach ersten Erkenntnissen kam es zunächst gegen 12.15 Uhr in der gemeinsamen Schulkantine zu einem lautstarken Streit. Die tätliche Auseinandersetzung ereignete sich anschließend jedoch außerhalb des Schulgebäudes auf öffentlicher Straße.

Grundlegendes Problem

Dabei soll eine der Minderjährigen plötzlich und überraschend ein Messer gezogen und auf die andere Schülerin eingestochen haben. Das Opfer habe geistesgegenwärtig reagiert und deshalb schlimmere Folgen verhindern können. Sie trug leichte Verletzungen davon, laut Staatsanwaltschaft bestehe keine Lebensgefahr. Das verletzte Mädchen wurde ins CHL gebracht. Die mutmaßliche Täterin flüchtete zunächst, konnte aber kurze Zeit später festgenommen werden. Die Tatwaffe wurde von der Polizei sichergestellt.

Die Ermittlungen führt die Sektion für Jugenddelinquenz der Kriminalpolizei. Wegen des Alters der Beteiligten – beide sind 14 Jahre alt – wird die Staatsanwaltschaft vorerst keine weiteren Informationen veröffentlichen.

Der Fall rückt erneut ein seit längerem bestehendes Problem in den Fokus: Weil die geschlossene Jugendabteilung Unisec in Dreiborn regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, werden immer wieder Minderjährige in Schrassig, also in einer eigentlich für Erwachsene vorgesehenen Haftanstalt, untergebracht. Nach Angaben des Ombudsmanns für Kinder und Jugendliche, Charel Schmit, saßen im Dezember 2025 zuletzt sechs Jugendliche in Schrassig. Schmit kritisiert seit Langem, dass das Gefängnis kein geeigneter Ort für Minderjährige sei. (hat)

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