Rauchen
Fast jeder Dritte greift zur Kippe
Eine neue Ilres-Studie zeigt: Rauchen bleibt ein Massenphänomen in Luxemburg, besonders unter Jugendlichen.
Im Freien liegt eine abgebrannte Zigarette in einem Aschenbecher Foto: Anna Ross/dpa
Der Marlboro-Mann ist an Lungenkrebs gestorben, in Filmen raucht kaum noch ein sympathischer Hauptcharakter. Obwohl es also längst nicht mehr cool ist, qualmt die Mitte der Gesellschaft. Knapp ein Drittel der Einwohner Luxemburgs über 16 Jahren konsumiert regelmäßig Tabak oder Nikotin – das entspricht rund 177.000 Menschen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Ilres, die die Direction de la santé und die Fondation Cancer anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai veröffentlicht haben.
Das Rauchen ist längst nicht mehr allein Sache der klassischen Zigarette. Neben ihr haben sich E-Zigarette, Shisha und Nikotinbeutel als feste Größen etabliert, und zwar vor allem bei Jüngeren. In der Altersgruppe zwischen 16 und 34 Jahren raucht mehr als jeder Zweite in irgendeiner Form. Kleine Nikotinbeutel, die unter die Lippe gesteckt werden, sind besonders unter 16- bis 24-Jährigen verbreitet: 15 Prozent dieser Altersgruppe konsumieren sie.
Rauchen beginnt in der Jugend
Die Ilres-Studie zeichnet dabei ein klares Bild davon, wie Abhängigkeiten entstehen. Der Einstieg erfolgt fast immer vor dem 18. Lebensjahr. Als Gründe nennen Jugendliche vor allem das soziale Umfeld, Stress und den Wunsch, dazuzugehören. Das Vapen – also die E-Zigarette – gilt dabei nicht als harmlose Alternative, sondern als Einstiegsweg: Wer mit der E-Zigarette beginnt, raucht häufig bald auch klassische Zigaretten.
Trotz dieser Zahlen wollen viele mit dem Rauchen wieder aufhören. Jeder zweite Raucher zwischen 16 und 34 Jahren gibt an, in den nächsten Monaten seinen Nikotinkonsum beenden zu wollen. Die meisten nennen ihre Gesundheit als Grund. Doch der Weg dorthin ist schwer: Wer es versucht hat, scheiterte in vier von zehn Fällen an zu hohem Stress. Und nur jeder Fünfte sucht dabei professionelle Hilfe, die meisten versuchen es alleine.
Auch das Passivrauchen bleibt ein Problem. Rund 72 Prozent der Bevölkerung sind regelmäßig im Freien Tabakrauch ausgesetzt, etwa an Bushaltestellen, auf Restaurantterrassen oder in Parks. Unter den Jüngsten ist dieser Anteil noch höher.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein neues Tabakgesetz in Luxemburg, das unter anderem den Nikotingehalt von Pouches begrenzt, ihren Konsum in der Nähe von Schulen und Spielplätzen untersagt und stimulierende Zusatzstoffe wie Koffein oder Taurin verbietet. Auch der Verkauf an Minderjährige ist verboten.
Ob diese Maßnahmen greifen, wird die nächste Umfrage zeigen. Die aktuelle jedenfalls beweist: Luxemburg hat beim Thema Tabak noch viel Arbeit vor sich.