Keine gefährdung
Vermisste Jungs aus Niedersachsen bei Verwandtem in Luxemburg angetroffen
Zwei Jugendliche verschwinden aus einer betreuten Wohngruppe in Deutschland. Zwei Tage später tauchen sie bei einem Verwandten in Luxemburg auf.
Symbolfoto Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Zwei seit Montag vermisste Jungs im Alter von neun und zehn Jahren aus dem niedersächsischen Barßel sind am Mittwoch bei einem Verwandten in Luxemburg angetroffen und unversehrt in Obhut genommen worden. Derzeit bereiteten die beteiligten Behörden eine sichere Rückführung der beiden Cousins vor, teilte die Polizei in Cloppenburg mit. Es habe weder ein Unglücksfall noch eine akute Gefährdung der Kinder vorgelegen, hieß es.
Nach Angaben der Beamten wurden sie in Begleitung eines 30-jährigen Verwandten in Luxemburg angetroffen und von örtlichen Polizeikräften in Obhut genommen. Die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft in Oldenburg leitete gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger ein. Wie die Jugendlichen nach Luxemburg gelangten und warum sie dorthin gebracht wurden, werde derzeit noch ermittelt.
Die Cousins wohnten nach Polizeiangaben seit dem vergangenen Jahr in Barßel in einer Wohngruppe. Sie brachen am Montagnachmittag zum Fußballtraining auf, kamen aber in der Sporthalle nie an. Die Polizei leitete eine großangelegte Suche inklusive Spürhunde und Hubschrauber ein, die in der Nacht und am Dienstag fortgesetzt wurde.
Bereits am Dienstag teilte die Polizei dann mit, dass sie nicht von einem Unglück oder einer akuten Gefährdung ausgehe. Die Jungen hielten sich nach aktuellem Sachstand nicht mehr im Raum Barßel auf, stattdessen seien nun auch verwandtschaftliche Kontakte im europäischen Ausland Bestandteil der Ermittlungen. Demnach stammen beide Kinder aus Afghanistan, ein Nachzug der Eltern war bislang jedoch nicht möglich.