Diekirch

Viel Harmonie, wenig Kritik – Neues Musikkonservatorium in der „Sauerwiss“ geplant

Am Standort der ehemaligen „Sauerwiss“-Schule soll ein modernes, dreiteiliges Gebäude mit 27 Musikräumen und sechs Sälen für Tanz und Theater entstehen. Das Projekt mit 40,9 Millionen Euro soll regionalen Musikunterricht unter einem Dach bündeln.

Wirtgen-Schloss an der Alexis Heck-Straße, veraltetes Gebäude für Musikkonservatorium, Sanierungsbedarf sichtbar

Das Wirtgen-Schloss an der Alexis Heck-Straße kann den heutigen Anforderungen eines Musikkonservatoriums nicht mehr gerecht werden Foto: Roger Infalt

Die Diskussionen um ein neues Gebäude für die Diekircher Zweigstelle des Nordstad-Musikkonservatoriums sind nicht neu. Vor Jahren gab es bereits einen Architektenwettbewerb mit dem Auftrag, die bestehende Musikschule zu vergrößern, doch dieser scheiterte aus mannigfaltigen Gründen. Die unter der vorigen LSAP-Mehrheit im Gemeinderat aufgekommene Idee, diese Schule eventuell in der rue de l‘Hôpital zu bauen, wurde ebenfalls fallengelassen. Jetzt liegen neue Pläne vor.

Zwei Standorte, 1.700 Schüler

Das Nordstad-Musikkonservatorium zählt an seinen zwei Hauptstandorten Ettelbrück und Diekirch insgesamt um die 1.700 Schüler. Allein in Diekirch besuchen 850 Schüler die Musik-, Tanz- und Theaterkurse, die einerseits im 1825 gebauten Wirtgen-Schloss, andererseits in Räumlichkeiten der früheren „Sauerwiss“-Schule abgehalten werden.

In der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag wurden nun die Pläne sowie der Kostenvoranschlag für ein neues Musikkonservatorium vorgestellt, das am Standort der früheren „Sauerwiss“-Schule gebaut werden soll. Dabei handelt es sich um ein dreiteiliges Gebäude, das von der „Sauerwiss“-Straße bis zur Pierre-Olinger-Straße reichen wird und so die notwendigen Räume für die Tanz-, Musik- und Theaterkurse bieten kann. Die beiden äußeren Gebäudeteile werden zweistöckig, der mittlere Block dreistöckig gebaut.

„Es ist kein normales Gebäude“

Architekt Jérôme Dubuisson („Architecture et Environnement“) stellte die Pläne in allen Einzelheiten vor. In den beiden äußeren Gebäudeflügeln seien insgesamt 27 Räume für Musikkurse sowie sechs Säle für Tanz- und Theaterunterricht vorgesehen. Im mittleren Gebäudeteil wird die Verwaltung untergebracht. Die Form und die Höhe der Gebäude seien an die benachbarten Häuser angepasst worden und sowohl im Innern als auch an der Außenfassade, die mit Terrakotta-Elementen bekleidet wird, habe man überaus großen Wert auf Akustik und Schallisolierung gelegt. Man habe kein normales, sondern ein den ganz speziellen Anforderungen einer Musikschule gerecht werdendes Gebäude geplant, dies in enger Zusammenarbeit mit der Direktion des Nordstad-Musikkonservatoriums und der Gemeinde. Der Architekt schloss seine Ausführung mit dem Kostenvoranschlag, der sich auf 40,9 Millionen Euro beläuft.

Aufruf an die Regierung

Député-maire Charles Weiler (CSV) hob hervor, dass alle angebotenen Kurse dank dieses Gebäudes endlich unter einem einzigen Dach stattfinden können, und das unter optimalen Bedingungen. Ein Musikkonservatorium brauche nicht nur Fläche, sondern auch Raum. Er nutzte die Gelegenheit, nicht nur die Anwesenden, sondern auch die Landespolitiker daran zu erinnern, dass das Nordstad-Musikkonservatorium kein lokales, sondern ein regionales, ja sogar in einer gewissen Hinsicht ein nationales Projekt sei, berücksichtige man die Tatsache, dass die Schüler dieses Konservatoriums aus dem gesamten Norden des Landes und darüber hinaus kommen. Das Projekt verdiene daher die bestmögliche Unterstützung der Regierung, dies auch mit Blick auf die Nordstad-Fusion. „D’Regierung muss Faarw bekennen!“

Rat Claude Thill, Sprecher der LSAP-Oppositionsfraktion, teilte die Aussage des Bürgermeisters hinsichtlich der dringenden Notwendigkeit dieses Projektes, erinnerte aber daran, dass unter der vorigen LSAP-Mehrheit teure Pläne für ein Musikkonservatorium an der rue de l‘Hôpital erstellt wurden, die jedoch später in einer Schublade verschwanden. Der Bürgermeister konterte mit den Worten, dass die von Rat Thill erwähnten Pläne laut Fachleuten nicht für ein Konservatorium geeignet waren. Die fünf LSAP-Räte Schmoetten, Thill, Daleiden, Hertz und Link enthielten sich beim Votum, während die sechs Mitglieder der CSV-DP-Mehrheit sowie Rat Thillen („déi gréng“) das Projekt guthießen.

Dreiteiliger moderner Gebäudekomplex an der Sauerwiss- und Pierre-Olinger-Straße in urbaner Umgebung

Der dreiteilige Gebäudekomplex reicht von der Sauerwiss-Straße bis zur Pierre-Olinger-Straße Grafik; „Architecture et Environnement“

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