Gemeindebudget

Tiny Houses und sauberes Wasser: Das plant Strassen dieses Jahr

Strassen investiert 2026 unter anderem in Wohnungen und die Wasserversorgung. Die Gemeinde bleibt vorerst schuldenfrei. Gleichzeitig vermisst die Oppositionspartei DP einen Plan, wo es hingehen soll.

Rathaus Strassen im Dezember, Sitzung zur Annahme des Budgets 2026 mit Politikern und Gemeindemitgliedern

Im Dezember wurde im Rathaus von Strassen das Budget für 2026 angenommen Foto: Editpress/Alain Rischard

Tiny Houses und sauberes Wasser: Das plant Strassen dieses Jahr

Der Gemeinderat von Strassen hat am 18. Dezember den Haushaltsplan für 2026 verabschiedet, dies mit den Stimmen der Koalition aus CSV, LSAP und „déi gréng“. Die rund 11.000 Einwohner zählende Gemeinde ist schuldenfrei und verfügt über Rücklagen in Höhe von 25 Millionen Euro. Dies teilte Bürgermeister Nico Pundel (CSV) während der Vorstellung des Budgets am 11. Dezember mit. Vor allem der Bau der beiden neuen Fußballplätze hinterlässt Spuren in der Kasse: Der Schöffenrat hat das Projekt 2021 noch auf 25 Millionen Euro beziffert – für 2026 sind nun weitere 3,5 Millionen vorgesehen.

Die Lokalpolitiker planen für den diesjährigen Regelbetrieb der Gemeinde ordentliche Ausgaben in Höhe von 51,7 Millionen Euro. Die Investitionen in die Infrastruktur betragen rund 41 Millionen Euro. Ein Großteil davon (22,7 Millionen) wird im Budgetkapitel „Wohnungswesen und Gemeinschaftseinrichtungen“ eingesetzt. Rund zwei Millionen sind dabei für den Erwerb von Tiny Houses vorgesehen und 3,3 Millionen Euro für den Kauf von insgesamt 16 Wohnungen im Teilbebauungsplan (PAP) Suebelfeld. Die Sanierung der bereits bestehenden Wohnungen kostet 2026 rund anderthalb Millionen Euro. Dieselbe Summe ist dieses Jahr für den Bau des neuen Leichenschauhauses geplant.

In der Nähe des „Centre hospitalier de Luxembourg“ (CHL) soll ein inklusiver Spielplatz entstehen. Rund eine Million wird vorerst dafür bereitgehalten. Zwei Millionen soll der im Frühling erwartete Abschluss der Bauarbeiten des Jugendhauses kosten.

Schöffin Anne Arend (CSV) erinnerte bei der Vorstellung des Budgets zudem an die Trinkwasserprobleme, die es in der Vergangenheit gab. Vor diesem Hintergrund sind laut Arend mehrere Arbeiten notwendig. Dazu gehören unter anderem die stellenweise Sanierung der Kanalisation für eine halbe Million Euro sowie Arbeiten an den Leitungen und am Wasserspeicher. Strassen beteiligt sich dieses Jahr zudem mit einer Million Euro am Ausbau der Beggener Kläranlage. Diese wird maßgeblich von der Stadt Luxemburg finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich derzeit auf 300 Millionen Euro.

Das sagt die Opposition:

DP (5 Sitze)

Gemeinderätin Martine Dieschburg-Nickels (DP) bei offizieller Veranstaltung in professioneller Kleidung

Gemeinderätin Martine Dieschburg-Nickels (DP) Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy

Gegenüber dem Tageblatt bezeichnete Martine Dieschburg-Nickels (DP) den Haushaltsplan am Dienstag als „vorsichtiges Budget“. Sie ist seit 2011 Mitglied im Gemeinderat und vermisst grundsätzlich einen roten Faden, einen Masterplan für Strassen: „Das Zentrum ist derzeit ein Betonplatz und wir fordern einen Leitplan dazu, wie wir vorgehen wollen, um es zu beleben.“

Dieschburg hat einerseits Vorbehalte gegenüber den Ausgaben im sozialen Wohnungsbereich: „Wir hätten eher die Finger davon gelassen und dem Staat die Wohnungen gegeben.“ Die DP-Rätin kritisiert andererseits die zahlreichen Ausgaben für Kulturangebote, die oft nur dieselben Bürger erreichen würden.

Grundsätzlich spricht Martine Dieschburg von einem guten Verhältnis zwischen Opposition und Mehrheit, obgleich es beim Informationsfluss Verbesserungspotenzial gebe. Im Dezember hat der Gemeinderat dem Antrag der DP zugestimmt, die Sitzungen in Zukunft live zu übertragen.

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