KI
DeepL übersetzt jetzt Texte aus über 100 Sprachen ins Luxemburgische
Lange waren digitale Übersetzungswerkzeuge, Spracherkennung und sogar Autokorrektur auf Luxemburgisch die Arbeit von Nerds aus Luxemburg. Mit DeepL nimmt nun ein internationales Unternehmen erstmals Luxemburgisch offiziell in sein Portfolio auf.
Das L in DeepL steht nicht für Luxemburgisch Bild: DeepL
Der deutsche Online-Übersetzer DeepL hat Luxemburgisch in sein Programm aufgenommen. Die Sprache ist vorerst als Beta-Version verfügbar. Sie kommt mit einem größeren Update, bei dem DeepL nach eigenen Angaben mehr als 80 weitere Sprachen freischaltet. Damit wächst das Angebot auf über 100 Sprachen. Und: DeepL deckt jetzt alle 24 Amtssprachen der EU ab.
Für Luxemburg ist das mehr als ein nettes Feature. In Verwaltungen, Schulen, Medienhäusern und Firmen laufen täglich Texte zwischen Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch hin und her. DeepL stellt die neue Sprache deshalb als Erleichterung für lokale Kommunikation dar, aber auch als Hilfe für Unternehmen, die mit Partnern und Kundschaft in der Großregion arbeiten.
Digitale Souveränität braucht Unternehmen wie DeepL
Spannend ist auch, wer hier abliefert: DeepL ist eines der führenden europäischen KI-Unternehmen. Gegründet wurde die Firma 2017 in Köln vom heutigen CEO Jarek Kutylowski. Laut Unternehmensangaben beschäftigt DeepL inzwischen über tausend Mitarbeitende. Die Plattform verzeichnet mehr als 200.000 Geschäftskunden und Millionen Privatnutzer.
Das ist in Zeiten der Debatte um digitale Souveränität nicht nebensächlich. Europa will bei Schlüsseltechnologien weniger abhängig werden. In diesem Kontext wirkt es plötzlich politischer, wenn ein europäischer Anbieter seine Sprachabdeckung schließt, statt dass alles über US-Plattformen läuft. DeepL selbst beschreibt seine Mission als „intelligent, trusted AI“ und betont Präzision und Sicherheit.
Technisch verkauft DeepL den Dienst als Plattform, die neuronale Netze und große Sprachmodelle kombiniert – betrieben „auf einem der schnellsten Supercomputer-Cluster“ der Welt. Das Ziel: Übersetzungen, die nicht nur Wörter tauschen, sondern Ton, Nuancen und Kontext treffen. Genau damit hat sich DeepL seit Jahren einen Namen gemacht.
Beta bleibt Beta
Zum Portfolio gehören neben dem Übersetzer auch „DeepL Voice“ für Live-Übersetzung in Meetings und Gesprächen sowie „DeepL Write Pro“ als Schreibassistent, der Formulierungen, Stil und Ton in Echtzeit glättet. Für Unternehmen positioniert DeepL zudem „DeepL Agent“: ein autonomes System, das wiederkehrende Aufgaben automatisieren soll – von Recherche und Listenbau bis zur Übersetzung und Veröffentlichung von Webseite-Inhalten.
Was Luxemburgisch angeht, gilt trotzdem: Beta bleibt Beta. Wer amtliche Schreiben, heikle Verträge oder heimatkundliche Feinheiten übersetzt, braucht weiterhin ein waches Auge. Und vielleicht auch den beliebten Spellchecker. Aber für den Alltag – E-Mails, interne Infos, kurze Mitteilungen – könnte die neue Option schnell zu einem Werkzeug werden, das viele Menschen hier im Land als Tab im Browser offen haben.