Neuer Schulcampus „Gewännchen“ in Remich
504 Schüler, 100 Betreuungsplätze und weitläufiges Außengelände, Kostenpunkt: 38 Millionen Euro
Für rund 38 Millionen Euro entsteht im Herzen Remichs die erste Phase des „Gewännchen“-Campus. In Zukunft sollen sich dort Schule, Betreuung und Sport zu einem barrierefreien Lern- und Bewegungszentrum verbinden.
Schule, Betreuung und Freiraum als zusammenhängender Campus im Stadtgefüge Foto: Commune de Remich
Die Stadt Remich setzt mit dem Neubau des Schulcampus „Gewännchen“ eines der zentralen kommunalen Bildungsprojekte der kommenden Jahre um. Das Vorhaben soll nicht nur auf den wachsenden Raumbedarf reagieren, sondern Schule, Betreuung und Freiraum neu denken, als zusammenhängenden Campus im Stadtgefüge.
Bereits 2021 schrieb die Gemeinde einen europaweiten Architekturwettbewerb aus. Als Sieger ging das Büro a+a | architecture et aménagement hervor, gemeinsam mit HDK Landschaftsarchitekten, LSC360 und Jean Schmit Engineering. Auf dieser Grundlage wurde das Planungsteam mit der weiteren Ausarbeitung und späteren Realisierung des Projekts beauftragt.
Barrierefrei
Geplant sind eine moderne, barrierefreie und nachhaltig konzipierte Lernumgebung für 504 Kinder der Cycles 1 bis 4 sowie eine „Maison relais“ mit 100 Betreuungsplätzen. Der Neubau entsteht südlich der bestehenden „Maison relais“ und soll sich durch eine klare, kompakte Struktur sowie die Anpassung an die Topografie in das leicht geneigte Gelände einfügen. Die Architekten setzen, so heißt es, auf zurückhaltende Gebäudevolumen und kurze Wege innerhalb des Campus.
Auf rund 7.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstehen 28 Klassenräume, mehrere Differenzierungsräume, ein Bewegungsraum sowie eine Bibliothek mit direktem Zugang zu einer begrünten Dachterrasse. Eine überdachte Passerelle verbindet das neue Schulgebäude witterungsgeschützt mit der bestehenden „Maison relais“, ein Detail, das den Campusgedanken auch funktional unterstreicht.
Diskussionsthema
Ein besonderer Fokus liegt auf den Außenräumen. Vorgesehen sind ein Schulgarten, Spiel- und Sportflächen, ein Außenklassenzimmer sowie ein kleines Schulhofwäldchen. Diese Freiräume sollen nicht nur der Erholung dienen, sondern auch pädagogisch nutzbar sein. In der Planung wird zudem Wert auf Regenwassermanagement, Begrünung und Beschattung gelegt, also auf Aspekte, so wird erklärt, die im Kontext zunehmender Hitzebelastung an Bedeutung gewinnen.
Kommunalpolitisch blieb das Projekt nicht ohne Diskussionen. Insbesondere die Verkehrssituation rund um das „Gewännchen“ wurde thematisiert. Die Nähe zur stark befahrenen route de l’Europe weckte Sorgen um sichere Schulwege und Bring- und Abholverkehr. Die Gemeinde verweist in diesem Zusammenhang auf ein angepasstes Mobilitätskonzept mit klaren Zonen für Fußgänger, Busse und Kurzzeitverkehr sowie auf verkehrsberuhigende Maßnahmen im Umfeld.
Der Baubeginn ist, nach Abschluss der Ausschreibungen, für Herbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung des Schulneubaus für Ende 2029. Die Kosten der ersten Realisierungsphase belaufen sich auf rund 38 Millionen Euro. Es wird staatliche Zuschüsse geben, wie viel steht noch nicht fest.
Zweite Phase
Nach dem Bezug des neuen Gebäudes soll die bestehende Schule abgerissen werden. In einer zweiten Phase soll auf dieser Fläche dann eine neue Sporthalle entstehen. Nach deren Fertigstellung ist der Rückbau der alten Sporthalle geplant, um Platz für eine Erweiterung der „Maison relais“ zu schaffen und zusätzliche Betreuungs- und Lernangebote zu ermöglichen.
Mit dem Campus „Gewännchen“ entsteht damit im Herzen von Remich ein langfristig angelegter Bildungsstandort. Er bündelt Schule, Betreuung und Bewegung an einem Ort und soll exemplarisch für die Frage stehen, wie Gemeinden Wachstum, pädagogische Qualität und Lebensqualität miteinander in Einklang bringen wollen.

Geplant ist eine moderne, barrierefreie und nachhaltig konzipierte Lernumgebung für 504 Kinder der Cycles 1 bis 4 sowie eine „Maison relais“ mit 100 Betreuungsplätzen Foto: Commune de Remich