Nach Diebstahl auf dem FriedHof

So reagieren die Bettemburger: „Es ist eine Schande, dass jemand das gemacht hat“

In der Nacht auf Donnerstag haben Unbekannte auf dem Friedhof in Bettemburg von mehr als 60 Gräbern die Kreuze und Metalldekorationen gestohlen. Friedhofsbesucher und Anrainer sind am Freitagnachmittag entrüstet über die Tat.

Nur noch die Erinnerungen an die Metallkreuze bleiben auf den betroffenen Gräbern sichtbar. Die Familiennamen sind häufig unberührt.

Nur noch die Erinnerungen an die Metallkreuze bleiben auf den betroffenen Gräbern sichtbar. Die Familiennamen sind häufig unberührt. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Es ist ruhig am Freitagnachmittag auf dem Friedhof in Bettemburg. Nur wenige Besucher spazieren zwischen den Gräbern hindurch und bleiben häufig nicht sehr lange. „Wir sind nur gekommen, um zu sehen, ob nichts entwendet wurde“, ist die gängige Antwort auf die Tageblatt-Nachfragen.

An 67 Gräbern haben sich die Diebe in der Nacht auf Donnerstag zu schaffen gemacht. Die meisten von ihnen liegen im hinteren linken Teil des Friedhofs, in einiger Entfernung zur Straße. Mehrere der umliegenden Häuser haben allerdings freie Sicht auf den kompletten Friedhof.

Metallkreuze abgebrochen

„Es wundert mich, dass die Bronzestatuen, die man leicht mitnehmen könnte, nicht weg sind“, sagt eine Bettemburgerin. „Vielleicht hatten sie keine Zeit.“ Sie sei „glücklich“, nicht betroffen zu sein. Eine Aussage, die das Tageblatt vor Ort bei jedem Gespräch hört.

Die angerichteten Schäden sind auf den ersten Blick nicht besonders auffällig, aber hat man ein betroffenes Grab entdeckt, sind die anderen meist nicht weit. Oft fehlt nur das schlichte Metallkreuz, das horizontal an drei Punkten auf den Steinplatten befestigt ist. Diese Kreuze scheinen einfach abgebrochen worden zu sein. Bei anderen Kreuzen und Metalldekorationen, vor allem den vertikal angebrachten, wirken die noch übrig gebliebenen Schrauben wie durchgeschnitten.

„Sie haben wohl nur das mitgenommen, was sich leicht ablösen lässt“, mutmaßt ein älterer Herr. Er kontrolliert sein Familiengrab, das in direkter Nähe zu mehreren anderen betroffenen Gräbern liegt. Abhandengekommen sei nichts. „Vermutlich konnten sie die Messingplatte nicht aus dem Stein lösen. Oder sie war ihnen nichts wert“, sagt er und klopft gegen die Dekoration am Grabstein.

Ein Grab einige Reihen weiter scheint diesem Schicksal nicht entkommen zu sein. Hier weisen nur noch eine weiße Fläche und drei Metallhalter auf die Platte hin. Alle, mit denen das Tageblatt am Freitag spricht, sind sich einig: „Es ist eine Schande, dass das jemand gemacht hat.“

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