Starkregen

Sanemer Bürger können eine kostenlose Risikoanalyse beantragen

Extremwetterverhältnisse suchen Luxemburg immer häufiger heim. Sanem will seine Bürger besser vor Starkregen und Überflutungen schützen. Dabei setzen sie auf die Experten des Wasserwirtschaftsamts und der Firma Eepi.

Starkregen flutet die Hauptstraße von Sanem, Wasser strömt schnell die Straße hinunter bei Unwetter

Bei Starkregen schießt das Wasser gerne die Hauptstraße von Beles hinunter Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Kaum ist die Hitzewelle überstanden, folgen heftige Gewitter: Umgestürzte Bäume, überflutete Keller und enorme Regenmengen innerhalb weniger Stunden haben in Deutschland und Frankreich erneut gezeigt, wie schnell Extremwetterlagen umschlagen können. Auch in Luxemburg rückt die Gefahr von Starkregen und Überschwemmungen immer wieder in den Fokus.

Wie sich Bürgerinnen und Bürger auf Starkregen und Überschwemmungen vorbereiten können, war Thema zweier Informationsveranstaltungen Anfang Juni in der Gemeinde Sanem. Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt (AGE) und dem Ingenieurbüro Eepi hat die Gemeinde eine umfassende Analyse der Gefährdungslage auf ihrem Gebiet durchführen lassen. Grundlage waren historische Hochwasserereignisse, die offiziellen Starkregengefahrenkarten sowie Begehungen vor Ort.

Eine wichtige Basis bildete dabei die öffentlich zugängliche Starkregenkarte des „Geoportails“ (Thema: Wasser → Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie → Starkregen). Auf dieser können alle Ortschaften in Luxemburg eingesehen werden. Die Untersuchung ergab, dass z.B. in Sanem 231 von insgesamt 739 Gebäudenin einer gelben Gefahrenzone mit mäßigem Risiko liegen. Weitere 123 befinden sich in der orangefarbenen Zone mit erhöhter Gefährdung, während 117 Gebäude der roten Zone mit sehr hoher Überflutungsgefahr zugeordnet sind. Fünf Gebäude liegen sogar in einer violetten Gefahrenzone, in der sowohl die Fließgeschwindigkeit als auch die Wasserhöhe eine unmittelbare Gefahr für die Bewohner darstellen können.

Ein detailliertes Modell, das in den kommenden Wochen fertiggestellt werden soll, wird zusätzlich das Zusammenspiel von Kanalisation und Oberflächenwasser genauer abbilden.

Ausschnitt der Präsentation mit Auswertung der Starkregengefahrenkarte für Sanem zur Hochwasserprävention

Hier ein Ausschnitt aus der Präsentation mit der Auswertung der Starkregengefahrenkarte für Sanem Präsentation: Eepi auf Basis von Geoportail

Bürger sollen eingebunden werden

Auf Grundlage dieser Analyse soll nun ein umfassender Maßnahmenkatalog erstellt werden. Mehr als 200 Einzelmaßnahmen werden in den kommenden Monaten geprüft und ausgearbeitet. Dabei setzt die Gemeinde ausdrücklich auch auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Deren Anregungen sollen gesammelt und anschließend dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Markus Ott, Wasserexperte des Ingenieurbüros Eepi, wies bei den Informationsveranstaltungen zudem auf die Eigenverantwortung der Hauseigentümer hin. Besonders wichtig sei es, mögliche Eintrittsstellen für Wasser am Gebäude frühzeitig zu erkennen und zu sichern. Um die Einwohner dabei zu unterstützen, bietet die Gemeinde Sanem in Zusammenarbeit mit Eepi eine kostenlose Vor-Ort-Beratung an. Diese kann über die Internetseite der Gemeinde unter „Administration → Umwelt und Ökologie → Prävention → Starkregen und Überschwemmungen“ beantragt werden. Fragen und Anregungen können außerdem per E-Mail an inondations@suessem.lu gerichtet werden.

Die Kosten für die Beratung werden vollständig vom Wasserwirtschaftsamt übernommen. Das erstellte Gutachten kann darüber hinaus als Grundlage dienen, um Fördermittel für bauliche Schutzmaßnahmen am eigenen Haus zu beantragen.

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