Waldbrand in Belgien
„Wir waren an der Feuerfront“ – Luxemburger Feuerwehrmann über den Einsatz im Hohen Venn
Elf Feuerwehrleute aus Luxemburg haben mitgeholfen, den Brand im Hohen Venn zu bekämpfen. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen.
Tom Zeihen hat mit zehn Kollegen vom CGDIS gegen die Flammen im Hohen Venn gekämpft
Drei Fahrzeuge und elf Feuerwehrleute: Das CGDIS hat die belgische Feuerwehr bei der Bekämpfung des riesigen Feuers im Hohen Venn unterstützt. Tom Zeihen vom CIS Kehlen war einer der Einsatzleiter vor Ort. Wir erreichen ihn am Montagnachmittag, als er auf dem Rückweg vom Hohen Venn ist. Gegenüber dem Tageblatt schildert er, wie er den Waldbrand erlebt hat.
Zur Person
Foto: CGDIS
Tom Zeihen ist Leiter des CIS Kehlen. Vor dem Einsatz in Belgien war er bereits Teil der CGDIS-Truppe, die französische Feuerwehrleute beim Kampf gegen die Brände an der Gironde unterstützt hat.
Tageblatt: Herr Zeihen, wie kam es, dass Sie nach Belgien gefahren sind?
Tom Zeihen: Das CGDIS wurde gegen Samstagmittag vom Innenministerium kontaktiert, um eine Delegation nach Belgien zu schicken. Es wurde erst geschaut, wo in Luxemburg Waldbrand-Fahrzeuge sind und welche überhaupt abgezogen werden konnten – auch hier ist die Waldbrandgefahr derzeit hoch. Es wurden Fahrzeuge aus Kehlen und aus Frisingen abgezogen, dazu kam noch ein allradgetriebenes Löschfahrzeug vom CIS Larochette. Die Wagen wurden jeweils mit drei Leuten bestückt, mit uns zwei Führungskräften waren wir also elf. Innerhalb von zwei Stunden war alles organisiert. Um 15 Uhr sind wir in Kehlen gestartet.
Was haben Sie gemacht, als Sie im Hohen Venn angekommen sind?
Wir haben uns bei der Einsatzleitung gemeldet und wurden sofort einem Einsatzabschnitt zugeteilt. Es war ein Wald mit Fichten und anderem Nadelgehölz, wir haben mit belgischen Kollegen zusammengearbeitet. Wir konnten mit den Fahrzeugen nicht reinfahren, das war unmöglich. Wir haben Schläuche gezogen und sehr viel Manpower benutzt. Aber wir konnten den Abschnitt nicht halten, wir mussten ihn fallen lassen und zurückziehen.
Was ist dann passiert?
Wir haben einen neuen Abschnitt zugeteilt bekommen. Eine Linie von drei, vier Kilometern. Und die haben wir über Nacht verteidigt.
Wie kann man sich das vorstellen?
Ziel war es, dass das Feuer nicht über den Feldweg kommt. Man sagt: Hier habe ich eine Straße – bis hierhin darf das Feuer kommen, nicht weiter. Die andere Seite wurde bewässert, von Bauern mit Dung oder von Flughafen-Feuerwehrfahrzeugen. Und wir bleiben auf dem Weg stehen und schauen, dass wir das halten können. Das ist unsere Mission. Wir haben bis 7 Uhr morgens durchgearbeitet. Dann schnell einen Kaffee holen. Dann wieder zum Abschnitt. Wir haben ihn gehalten. Bis Sonntagabend um 21 Uhr. Dann kam der Abschnittsleiter zu uns. Er meinte, die Situation sei stabil, und schickte uns in den Nachbarort. Da war es brenzliger.
Bekamen Sie auch Unterstützung aus der Luft?
Wir waren an der Feuerfront. Dort, wo wir gekämpft haben, sind die ganze Zeit Helikopter mit „Bambi Bags“ drübergeflogen, das sind die Wasserbehälter, die unten an den Helikoptern hängen. Zwei Flugzeuge waren auch unterwegs, sie sind 20, 25 Meter über uns geflogen und haben zehn Meter neben uns abgeladen. Wir werden von der Einsatzleitung fünf Minuten vorher gewarnt, wenn die Flugzeuge im Anflug sind, dann steigen wir zur Sicherheit in unsere Fahrzeuge.
Wie war die Situation vor Ort, als Sie den Hohen Venn am Montagmorgen verlassen haben?
Die belgischen Feuerwehrleute haben gesagt, dass das Feuer stabil ist. Es war am Montagmorgen eingekesselt. Aber das kann sich jederzeit noch einmal ändern, wenn sich die Wetterverhältnisse verändern.
Wie viel Schlaf haben Sie bekommen?
In der Nacht auf Sonntag eine Stunde, an der Einsatzstelle. Ich habe den Beifahrersitz vom Fahrzeug nach hinten geschoben. Sonntagvormittag konnte ich mich dann richtig hinlegen, von 12.00 Uhr bis 14.30 Uhr. In der Nacht auf Montag habe ich für zwei Stunden an der Einsatzstelle die Augen zugemacht.