Abfallentsorgung

„ReZenter“: Ressourcenzentrum von Münsbach wird erweitert

Bis 2029 könnten die Einwohner der SIAS-Gemeinden Contern, Niederanven, Sandweiler und Schüttringen ein neues Ressourcenzentrum haben. Der Präsident des SIAS, Claude Marson, zeigt, was bisher geplant ist.

Visualisierung des geplanten ReZenter Einkaufszentrums in Munsbach, Fertigstellung voraussichtlich 2029

Das geplante „ReZenter“ in Münsbach könnte bis 2029 fertiggestellt werden Darstellung: Gambucci architects

Das Recyclingzentrum von Münsbach platzt aus allen Nähten. Den Samstagsbesuch beschreibt der Bürgermeister von Schüttringen, Claude Marson (LSAP), im Gespräch mit dem Tageblatt als „reinen Horror“. Während einer Containerleerung laufen die Besucher teilweise zwischen Container und Lkw umher: ein Sicherheitsproblem. Der Standort wird vom interkommunalen Syndikat SIAS geleitet. Auf dessen Internetseite ist zu lesen, dass sich die Zahl der jährlichen Zutritte aus den Gemeinden Niederanven, Contern, Sandweiler und Schüttringen seit dem Jahr 1999 von 30.918 auf rund 60.000 nahezu verdoppelt habe. Als Ursachen werden die wachsenden Einwohnerzahlen und die steigende Sensibilisierung für Abfalltrennung angegeben.

Claude Marson, Bürgermeister von Schüttringen und Präsident des SIAS, spricht bei einer offiziellen Veranstaltung

Claude Marson ist Bürgermeister von Schüttringen und Präsident des SIAS Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Wir müssen unseren Standort daher erweitern“, sagt Marson. Seit Jahren werde am Ausbau geplant. Wenn alles funktioniert, könnte das neue Ressourcenzentrum „ReZenter“ in drei Jahren neben dem aktuellen Standort entstehen.

Die Entscheidung zum Projekt geht auf das Jahr 2017 zurück. Zwischenzeitlich wurde angedacht, das Gemeindeatelier von Schüttringen in die Planung miteinzubeziehen, die Idee wurde jedoch verworfen. Der vorläufige, günstigere Entwurf (APS) sieht nun vor, die Erweiterung des Ressourcenzentrums mit dem Bau eines Verwaltungsgebäudes des SIAS zu verknüpfen.

Einfahrt zum modernen Ressourcenzentrum mit klarer Beschilderung und gepflegtem Eingangsbereich

Die Einfahrt zum jetzigen Recyclingzentrum Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Drive-In und „Repair Café“

„Wir wollen noch serviceorientierter werden“, sagt der Bürgermeister. Bisher musste man seinen Müll etappenweise im Ressourcenzentrum abgeben. In Zukunft soll das an nur einer einzigen Station möglich sein. „Es gibt einen Drive-in für den normalen Verbraucher, der mit seinem Auto oder auch mit einem kleinen Anhänger kommt. Und dann gibt es noch eine Station für Unternehmen, die mit größeren Mengen anreisen“, so Marson. Im Gegensatz zu Privatpersonen wurde die Nutzungsgebühr für Unternehmen erhöht. Zudem sei vorgesehen, einen Kilopreis für Stoffe zu erheben, die nicht mehr als Ressource verstanden werden können. In diese Kategorie fällt beispielsweise Bauschutt.

Im neuen Ressourcenzentrum sind zusätzlich ein „Repair Café“ sowie ein Ausbildungs- und Sensibilisierungszentrum geplant. Der Bau des Komplexes und dessen Nutzung sollen möglichst wenig Treibhausgase (CO2) ausstoßen: Fassaden und Dach werden vollständig begrünt. Während der Bauzeit kann das jetzige Recyclingzentrum weiterhin genutzt werden, heißt es auf Nachfrage beim SIAS. Erst danach wird der bisherige Standort als Lager genutzt und für die Öffentlichkeit geschlossen. Der endgültige Plan der Erweiterung des Ressourcenzentrums wird Marson zufolge Mitte April im Komitee des SIAS verabschiedet.

Drive-In Abgabestelle mit Fahrzeugen, zweite Spur führt durch Gebäude für bequeme Abgabe

Besucher können künftig mit ihrem Fahrzeug bis zum Abgabeort fahren. Der zweite Drive-in führt durch das Gebäude Darstellung: Gambucci architects

Das Syndikat SIAS

Das interkommunale Syndikat wurde am 7. März 1974 von den Gemeinden Contern, Niederanven, Sandweiler und Schüttringen gegründet, ursprünglich zum Schutz der Gewässer im Syrtal. Daher der Name: „Syndicat intercommunal pour l’assainissement du bassin hydrographique de la Syre“. Nachdem sich mehrere Gemeinden dem Syndikat angeschlossen hatten, wurden die Statuten angepasst. Das SIAS entwickelte sich seitdem zu einem weitläufigen Umweltschutzsyndikat, das sich zudem um Abfallmanagement und Recycling kümmert.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Polizei sucht nach Zeugen

Autofahrer macht sich nach Unfall in Wiltz aus dem Staub