Mode
Online oder im Geschäft: Wo shoppen Luxemburger am liebsten?
Schnell bestellt, zu Hause anprobiert: Das Internet wird auch in Luxemburg immer häufiger zum Shopping genutzt. Aber stirbt die Fußgängerzone deshalb aus? Eine Studie wirft einen Blick auf unser Kaufverhalten.
Noch hat der stationäre Handel nicht verloren Foto: AFP
Der Trend ist wohl kaum mehr umzukehren: Immer mehr Menschen shoppen ihre Klamotten online. Auch Luxemburger klicken immer öfter durch Internetkataloge, statt Kleiderstangen zu durchstöbern: Neun von zehn Luxemburgern haben in den vergangenen zwölf Monaten Mode online gekauft. Das geht aus einer vom Internetriesen Zalando in Auftrag gegebenen Umfrage hervor, deren Resultate am Mittwoch veröffentlicht wurden. Darin wurden rund 1.000 Einwohner des Großherzogtums befragt.
Zuerst die beruhigende Nachricht für Geschäfte: Zwei Drittel der Befragten shoppen nach wie vor hauptsächlich im stationären Handel nach neuen Klamotten. Allerdings ist der Mode-Onlinehandel für die meisten Luxemburger zu einem festen Bestandteil des Einkaufens geworden: Fast die Hälfte (47 Prozent) von ihnen kauft mindestens alle zwei bis drei Monate im Internet ein – und rund 30 Prozent ein- bis mehrmals jährlich.
Was alle vereint: Die Kauflust der Luxemburger ist ungebrochen. 35 Prozent der Befragten gaben in den vergangenen drei Monaten insgesamt über 250 Euro für Mode aus – sowohl online als auch im stationären Handel. Weitere 34 Prozent legten zwischen 101 und 250 Euro auf den realen oder virtuellen Tisch.
Was den Shoppern wichtig ist
Der wichtigste Faktor beim Online-Kauf von Mode sind für die Studienteilnehmer eine schnelle Lieferung und einfache Rückgaben (43 Prozent der Befragten). 41 Prozent halten es außerdem für besonders wichtig, Kleidung zu Hause anprobieren zu können. Eine große Markenauswahl schadet auch nicht: 38 Prozent der Befragten bevorzugen es, aus verschiedenen Brands auswählen zu können.
Die wichtigsten Faktoren, die für einen bestimmten Online-Shop sprechen, sind laut der Studie Preis, Bequemlichkeit und Sortiment. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist für 29 Prozent von ihnen der Hauptgrund, warum sie auf einer bestimmten Internetseite einkaufen. Danach folgen unkomplizierte Rückgabemöglichkeiten (19 Prozent) und schnelle sowie zuverlässige Lieferungen (18 Prozent). Eine große Auswahl an Marken und Produkten ist für 16 Prozent der Verbraucher wichtig.
Auch immer mehr Beauty-Produkte
Nicht nur Kleidung, auch Beauty- und Pflegeprodukte kaufen Luxemburger immer häufiger online. Bei Hautpflege setzen bereits 57 Prozent der Befragten auf Onlineshopping. Bei diesen Produkten steht Qualität an erster Stelle: Für mehr als die Hälfte (53 Prozent) ist das besonders wichtig. 36 Prozent der Käufer bevorzugen zudem Produkte, die sie schon lange verwenden. Natürliche Inhaltsstoffe (29 Prozent) und Zertifizierungen für tierversuchsfreie Produkte (21 Prozent) beeinflussen die Kaufentscheidungen ebenfalls stark.
Kampf gegen Leerstand
Eine Folge des Online-Handels ist Leerstand in den Geschäftstraßen Luxemburgs. Hier gab es in den vergangenen Jahren allerdings eine leicht positive Entwicklung. Im April meldete die Hauptstadt den „aktuell den niedrigsten Prozentsatz an Leerstand seit 2019“. In der Oberstadt stehen 9,4 Prozent der Geschäfte leer, im Bahnhofsviertel sind es 12,9 Prozent. 2022 waren es in der Oberstadt noch elf und im Bahnhofsviertel 15,7 Prozent.
Esch hat im Januar mit einer Steuer dem Leerstand den Kampf angesagt. Im November 2025 lag der Anteil leer stehender Geschäfte in der „Uelzechtstrooss“ bei 11,5 Prozent. Die Gemeinde gab an, dass der Anteil leer stehender Geschäfte vorher bei 25 Prozent lag, benannte allerdings nicht den genauen Zeitrahmen. Noch hat der stationäre Handel also nicht verloren.