Luxemburg-Stadt
Leerstand in Bahnhofsviertel und Oberstadt geht laut Zahlen des Arbeitgeberverbandes zurück
Im Bahnhofsviertel und in der Oberstadt stehen weniger Geschäfte leer – darauf lassen zumindest Daten der „Luxembourg Confederation“ schließen.
Laut aktuellen Zahlen werden 12,9 Prozent der Läden im Banhofsviertel nicht genutzt Foto: Editpress/Julien Garroy
„In der Hauptstadt haben wir aktuell den niedrigsten Prozentsatz an Leerstand seit 2019“, teilte Tom Baumert von der „Luxembourg Confederation“ am Mittwochmorgen beim „City Breakfast“ mit. Bei dem monatlichen Treffen mit der Presse stellte der Generaldirektor des Arbeitgeberverbandes Zahlen zur Geschäftswelt in Luxemburg-Stadt vor. Demnach stehen in der Oberstadt 9,4 Prozent der Geschäfte leer, im Bahnhofsviertel sind es 12,9 Prozent.
„Der Landesdurchschnitt liegt bei leicht über 12 Prozent. Also liegt das Bahnhofsviertel fast im Durchschnitt. Und 9,4 Prozent Leerstand in der Oberstadt sind wirklich extrem gut – es gibt fast keine andere Gemeinde, die eine solche Quote erreicht“, so Tom Baumert. Er sagte, dass vor allem der Leerstand im Bahnhofsviertel häufig Thema in der Presse sei, und betonte: „Im Vergleich zu Trier oder Metz sind es aber zwei extrem gute Prozentsätze.“
Positive Entwicklungen
Während 2026 im Bahnhofsviertel 12,9 Prozent der Geschäfte leer stehen, waren es 2022 laut „Luxembourg Confederation“ und Stadt Luxemburg noch 15,7 Prozent. Der für den Gewerbebereich zuständige Schöffe Maurice Bauer (CSV) vermutet, dass vor allem das Ende der Tram-Arbeiten zur Verringerung des Leerstands beigetragen hat. Auch Maßnahmen wie zwei Stunden kostenloses Parken in städtischen Parkhäusern oder die Neugestaltung der rue de Strasbourg hätten das Viertel attraktiver gemacht.
In der Oberstadt standen 2022 noch 11 Prozent der Geschäfte leer, inzwischen sind es – wie bereits erwähnt – 9,4 Prozent. Im Verschwinden einzelner Geschäfte sieht Maurice Bauer kein spezifisches Problem der Stadt Luxemburg. „Wenn Läden wie Esprit oder Hallhuber verschwinden, ist das, weil sie Opfer einer weltweiten Krise im Textilbereich sind.“
Beim „City Breakfast“ wiesen die Gemeindeverantwortlichen zudem darauf hin, dass Menschen länger in der Hauptstadt verweilen. Darauf deuten zumindest bei der Aktion „Fréijoersshopping“ im März gesammelte Daten hin: Besucherinnen und Besucher hielten sich im Schnitt 1:46 Stunden in Luxemburg-Stadt auf. Im Jahr zuvor waren es bei der gleichen Aktion 1:42 und in 2024 insgesamt 1:43 Stunden.
Kein Anlass zur Kritik
Zufrieden stellte Lydie Polfer angesichts der Zahlen fest: „Die Stadt Luxemburg wird immer attraktiver und es kommen immer mehr Leute.“ Sie betonte, dass die Daten von einer objektiven Instanz stammen. Der Bürgermeisterin zufolge will man weiter an der Lebensqualität arbeiten, „für die Menschen, die hier arbeiten und wohnen.“ Zugleich freue man sich, so Polfer, „über die Leute aus aller Welt, die herkommen und zu der positiven Entwicklung der Geschäftswelt beitragen.“
Neues zum „City Sounds“-Festival
Das Line-up für einen Abend im Zeichen der elektronischen Musik am 22. Juni in Luxemburg-Stadt steht fest. Beim City Breakfast am Mittwoch kündigte Schöffe Patrick Goldschmidt (DP) an, dass der schwedische DJ Alesso, der niederländische DJ Nicki Romero, die belgische DJane Mattn und die südafrikanisch-schweizerische DJane Nora en Pure am Vorabend des Nationalfeiertags beim „City Sounds“ auf dem Glacis spielen. Verstärkung bekommen sie von Hoffi-Zambezi und DAMA aus Luxemburg. Am Nationalfeiertag steht dann die amerikanische Band OneRepublic als Headliner auf der Bühne, wie bereits im November bekannt wurde. Außerdem wird OKE aus Luxemburg auftreten. Den Überblick mit den ersten Informationen gibt es unter citysounds.vdl.lu.
Kritik an hohen Preisen, vor allem in der Oberstadt, wies sie zurück: „Viele sehen das nicht so, denn unser Angebot ist breit gefächert. Und wir können ja keinen Einfluss auf das nehmen, was angeboten wird.“ Die Produktpalette scheine „einem großen Teil der Mitbürger“ zu gefallen, zudem könnten die Menschen frei entscheiden, wo sie einkaufen. Maurice Bauer ergänzte: „Wer vielleicht einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hat, kann es ja noch mal versuchen. Denn es gibt immer neue Marken und es lohnt sich, zu kommen.“