Bettemburger Rechenkünstler

„Nicht nachgedacht“: LSAP reagiert auf Angebot, das die ADR mit ins Spiel gebracht hätte

Das Rathaus in Bettemburg

Das Rathaus in Bettemburg Foto: Editpress/Julien Garroy

Es dürfte bereits lange nach Mitternacht am Wahlsonntag gewesen sein. Da glaubte ein Teil der LSAP Bettemburg, eine bahnbrechende, gar geniale Idee zu haben. Gusty Graas wird angerufen.

Er ist bisheriger DP-Schöffe der Gemeinde, Mitglied der Dreierkoalition aus CSV, DP und „déi gréng“ und einziger Vertreter seiner Partei im Gemeinderat der Südkommune.

6+1=8?

Dem DP-Mann wird ein Angebot gemacht, das auf den ersten Blick verlockend scheint. DP und LSAP bilden eine Koalition – und Gusty Graas wird Bürgermeister. Graas bestätigt das Telefonat. Offenbar war zur späten Stunde aber kein Rechenkünstler bei den Sozialisten zur Stelle. Denn LSAP, sechs Sitze, und DP, einen Sitz, bilden zusammen eine Gruppe von sieben.

Bei einem Gemeinderat, der aus 15 Leuten besteht, reichen sieben nicht aus, um eine Mehrheit zu bilden. Acht sind nötig. Daran hat bei den Sozialisten offensichtlich niemand beim Unterbreiten des Angebots an Gusty Graas gedacht. Anscheinend auch nicht daran, dass eine solche Minderheitskoalition nur funktionieren könnte, wenn sie von einem weiteren Mitglied des Gemeinderats unterstützt würde.

Eher der Nikolaus

Der Einzige, der dafür in Bettemburg infrage käme, ist die ADR. Das alleinige Erwähnen der ADR und der eventuellen Zusammenarbeit mit dieser Partei löst bei den Mitgliedern der Parteisektion danach allergische Symptome aus. Niemals würde man mit der ADR zusammenarbeiten oder sich von ihr unterstützen lassen, heißt es dort.

Roby Biwer und Guy Frantzen, Erstgewählte der Bettemburger LSAP-Liste, werden deutlich: „Jene, die bei Gusty Graas anriefen, haben ohne Zweifel nichts mit der ADR am Hut, sie haben vielleicht nicht vollumfänglich über ihren Anruf nachgedacht.“ Eher würde man sich vom Nikolaus unterstützen lassen als von der ADR, so die Bettemburger LSAP-Politiker. Nur gut, dass der Housécker keine Ruten für Rechenschwächen verteilt.

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