Kayl/Tetingen
Gemeinderatssitzung mit wenigen Meinungsverschiedenheiten
Die 30-Punkte-Tagesordnung der Gemeinderatssitzung vom 25. März 2026 wurde zügig bearbeitet, doch zum Schluss sorgten die Fragen der Oppositionspartei „déi gréng“ zur Betreuungseinrichtung SEA für Gesprächsstoff.
Der Kayler Gemeinderat tagte am 25. März 2026 Foto: Gemeng Käl-Téiteng
Die Gemeinde stellt Mitbürgern in prekären Situationen für einen begrenzten Zeitraum Wohnungen zur Verfügung.
Seit längerer Zeit gibt es leider eine problematische Situation mit einer Familie, der nach einem Großbrand in Kayl eine Wohnung von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Die Familie bemüht sich seitdem kaum, eine eigene Wohnung zu finden und verhindert somit die künftige Nutzung für andere in Not geratene Familien.
Bürgermeister Jean Weiler (CSV) und LSAP-Gemeinderat und Präsident des Sozialamts, Romain Daubenfeld, erklärten, dass man trotz mehrerer Hilfsangebote bei der Wohnungssuche kein Interesse seitens der betroffenen Familie feststelle. Es bleibe leider nur die Möglichkeit, den Druck zu erhöhen, indem die Gemeinde die finanzielle Beteiligung der Familie nach oben anpasse und die Bereitstellung der Wohnung bis zum 31. Juli 2026 beende. Die beiden Redner unterstrichen, dass sich die Gemeinde ihrer sozialen Verantwortung in Notsituationen bewusst sei, es andererseits auch wichtig sei, dass Hilfsmaßnahmen nicht missbraucht werden.
Der Gemeinderat wird weiterhin über den Verlauf der Affäre informiert und gegebenenfalls müssen weitere Maßnahmen beschlossen werden.
Im Dienste der Vereine
Der im Gemeindebudget vorgesehene mobile Getränkeausschank – ein Kühlanhänger ist auch in Bestellung – wurde inzwischen geliefert und soll schnellstmöglich den gemeindeansässigen Vereinen, Parteien und Syndikaten zur Verfügung gestellt werden. Die Bereitstellung des sogenannten Peki kann bei der Gemeindeverwaltung beantragt werden.
Nach ersten Erfahrungen sollen Regeln eventuell angepasst werden, z.B. betreffend die Vergabe für Veranstaltungen, für die gleichzeitig mehrere Anfragen eingereicht werden (Einführung einer turnusmäßigen Vergabe).
Die Oppositionspartei „déi gréng“ warf einige Punkte im Zusammenhang mit der Betreuungseinrichtung SEA auf.
Unter anderem bemängelte sie, dass eine Krankenpflegerin, die wegen Elternurlaub abwesend ist, nicht durch eine Person mit gleicher Qualifikation ersetzt wurde. Man müsse darauf achten, dass die Qualität der Betreuung garantiert bleibe.
Bürgermeister Jean Weiler begründete diese Entscheidung damit, dass es sich in der Vergangenheit erwiesen hätte, dass es schwierig ist, hoch qualifiziertes Personal für einen zeitbefristeten Arbeitsvertrag zu finden. Um keine Zeit zu verlieren und schnell einen Ersatz einzustellen, hätte man auf eine Person mit DAP-Qualifikation zurückgegriffen. Gemeinderätin Viviane Petry gab sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden und beanstandete, dass nicht einmal der Versuch einer Ausschreibung für einen Krankenpflegerposten unternommen wurde.
Des Weiteren fragte die Gemeinderätin, weshalb der vakante Posten des „Référent pédagogique“, der für die Inklusion der Kinder mit spezifischen Bedürfnissen zuständig sei, nicht besetzt werde. Ihrer Meinung nach ziehe dies eine Überbelastung der anderen Fachkräfte mit sich, denen immer mehr Aufgaben zugeteilt würden.
Weiler wies darauf hin, dass die Mitarbeiter durch eine Reihe von spezifischen Weiterbildungen durchaus die verschiedenen Aufgabenbereiche für eine gute Inklusion absichern könnten. Er warf der Gemeinderätin vor, in den Sitzungen wiederholt eine Überforderung und Überbelastung des SEA-Personals zu suggerieren, die so nicht der Realität entspreche.