Esch
Nach Rissen an zwei Häusern: Bürgermeister lässt Bodenbeschaffenheit analysieren
Ein Bauexperte hatte am Freitag im Tageblatt erklärt, es sei „bekannt“, dass viele Häuser in Esch auf lehmigem Boden gebaut seien, der Wasser speichere und sich bei Trockenheit zusammenziehe. Auf Nachfrage sagte CSV-Bürgermeister Christian Weis, er werde die Bauexperten der Stadt Esch damit beauftragen, Analysen zu den Auswirkungen der Trockenheit auf die Bodenbeschaffenheit durchzuführen.
In der rue Curé Jacques Kayser sind zwei Häuser wegen tiefer Risse in den Mauern unbewohnbar geworden Foto: Editpress/Alain Rischard
Vor zehn Tagen hatte das Tageblatt berichtet, dass zwei Häuser in der rue Curé Jacques Kayser in Al Esch wegen tiefer Risse in den Mauern unbewohnbar geworden sind und ihre 15 Bewohner aus Sicherheitsgründen evakuiert und umlogiert werden mussten. Von der Stadt Esch beauftragte Bauexperten hatten ermittelt, dass sich der Tonboden unter dem Fundament durch die Trockenheit zusammengezogen habe, wodurch die Risse entstanden seien. In einem am Freitag im Tageblatt veröffentlichten Artikel erklärte Romain Weydert, Bauingenieur bei CW Consulting, viele Häuser in Esch seien auf lehmigem, feinkörnigem Boden gebaut, der Wasser speichere und sich bei Trockenheit zusammenziehe. „Das ist bekannt“, meinte Weydert.
Der Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) gestand am Freitag auf Nachfrage, ihm sei das bislang nicht bewusst gewesen. Er habe es aber mitbekommen, weil an den betroffenen Häusern in der rue Curé Jacques Kayser in den vergangenen Monaten schon mehrere Bauuntersuchungen durchgeführt wurden.
Zu früh für Ratschläge
Eine nationale Kartografie zeige, dass in vielen Gemeinden im Süden und in anderen Regionen auf Lehmböden gebaut wurde, sagte Weis. Schließlich hänge es aber von der Bauweise ab, wie ein Haus auf diese Böden reagiere – vom Fundament und der Unterkellerung. Romain Weydert hatte erklärt, dass ältere Häuser ohne Keller anfälliger seien als moderne, weil die Bauweise sich geändert habe.

Der Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) Foto: Editpress/Alain Rischard
Die Bauexperten der Stadt Esch werde er damit beauftragen, Analysen zu den Auswirkungen der Trockenheit auf die Bodenbeschaffenheit durchzuführen, um herauszufinden, welche Sektoren vielleicht stärker betroffen seien als andere, sagte Weis. Um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Ratschläge zu geben, sei es derzeit aber noch zu früh.
Konkrete Fragen zu dem spezifischen Fall in Al Esch wollte der Bürgermeister am Freitag nicht beantworten. Gemeinderat Marc Baum („déi Lénk“) hatte am 7. September einen umfangreichen Katalog mit 24 Fragen zur Chronologie der Ereignisse, der Begleitung der betroffenen Einwohner durch die Gemeindedienste, zu den Ursachen der Schäden und den Risiken für die Nachbarhäuser, aber auch zur Relogierung der Einwohner und zur Verantwortung der Gemeinde eingereicht. Er werde versuchen, Baums Fragen zeitnah zu beantworten, beteuerte Christian Weis am Freitag.