Gemeinderat
Mersch will zur Stadt ernannt werden
Obwohl es faktisch nicht viel ändern wird, will Mersch beim Innenministerium beantragen, zur Stadt ernannt zu werden.
Darf die Gemeinde künftig ihren Namen in „Ville de Mersch“ umändern? Das wünscht sich zumindest der Gemeinderat. Foto: Editpress/Hervé Montaigu
„Wenn Wiltz, Vianden und Remich Stadtehren erhalten haben, wieso hat Mersch diese nicht verdient?“ Das war eine der zentralen Fragen, die beim Gemeinderat am Montag auf dem Programm standen. Bürgermeister Michel Malherbe, sein Schöffen- und der Gemeinderat haben einen entsprechende Antrag ans Innenministerium einstimmig angenommen. Er soll nun an die Behörde verschickt werden.
„Wir haben uns vor einigen Jahren bereits einmal informell informiert, ob es möglich sei, ebenfalls zur Stadt ernannt zu werden“, sagte Malherbe im Anschluss an die Sitzung. „Damals erhielten wir eine Ablehnung. Nun wollen wir es offiziell probieren und haben bereits einige Abgeordnete auf unsere Seite ziehen können.“
„Es gibt ausreichend Gründe, wieso wir zur Stadt ernannt werden sollten“, sagte der Bürgermeister im Gemeinderat. Er verwies unter anderem auf die stetig steigende Anwohnerzahl. Stand 2026 liegt sie bei knapp über 10.000, durch die neuen Viertel, die sich aktuell im Bau befinden, soll die Gemeindebevölkerung in den nächsten Jahren um mehrere Tausend ansteigen.
Reine Statussache
Außerdem sei Mersch ein zentraler Knotenpunkt des nationalen Verkehrsnetzes, habe viele Einrichtungen von nationalem Wert, wie etwa das Luxemburger Literaturarchiv, und investiere in mehrere Großprojekte, die im nationalen Interesse seien. Malherbe führte hierbei unter anderem das Konferenzzentrum und den geplanten riesigen Sportkomplex auf dem Merscherberg an. Auch in der nationalen Sicherheitsstrategie sei Mersch mit seinem CGDIS-Einsatzzentrum ein wichtiger Baustein.
„Kurzum: Es gibt keinen Grund uns abzulehnen, und viele gute Gründe, uns zu unterstützen“, so Malherbe. Vor allem weil sich konkret kaum etwas dadurch verändern würde. „Nur weil wir dann ‚Ville de‚ heißen, kommt uns kein Fitzelchen Geld mehr zugute. Es ist eine reine Statussache. Es wird uns vermutlich sogar eher etwas kosten, denn dann müssen wir ja überall unseren Namen nennen“, lachte Malherbe. „Mal abwarten, wie das Innenministerium entscheidet. Es ist nicht sicher, ob wir damit durchkommen. Aber wir wollten es auf jeden Fall probieren.“