Winterdienst in Luxemburg
Umweltminister Wilmes: Streusalz bleibt „das einzige bewährte Mittel“
Trotz Kritik an Umweltfolgen bleibt Streusalz in Luxemburg das wichtigste Mittel im Winterdienst. Umweltminister Serge Wilmes versichert: Auswirkungen auf die Natur sind lokal und vorübergehend.
Streusalz bleibt laut Umweltminister das einzige bewährte Mittel Symbolfoto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Streusalz gehört in Luxemburg zum Winter wie Reifen zum Auto – ohne geht nichts. Die Straßenbauverwaltung streut jährlich rund 17.000 Tonnen, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten, wie aus einer RTL-Reportage hervorgeht. Doch der Rohstoff ist in den vergangenen Jahren wegen seiner Auswirkungen auf die Umwelt zunehmend in die Kritik geraten. Das beschäftigt auch die CSV-Abgeordneten Charel Weiler und Jeff Boonen: In einer parlamentarischen Anfrage weisen sie nicht nur auf die Sensibilität von Luxemburgs Gewässern hin, sondern fragen auch nach Auswirkungen und möglichen Alternativen.
Umweltminister Serge Wilmes (CSV) versichert in seiner Antwort, dass Streusalz den ökologischen Zustand von Luxemburgs Oberflächen- und Grundwasser nicht beeinträchtigt. Die gemessene Salzkonzentration liege „deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten“. Lokale und vorübergehende Effekte seien zwar nicht vollständig auszuschließen, doch es bestehe weder eine Gefahr für das Trinkwasser noch für das aquatische Leben. Lediglich die Mosel weise hohe Chlorid-Werte auf, die jedoch von Soda-Fabriken in Frankreich und nicht von Streusalz stammten.
Keine Alternative
Streusalz könne zwar die Bodenqualität beeinträchtigen – etwa durch erhöhte Salzkonzentrationen im Bodenwasser, die besonders für empfindliche Pflanzen schädlich seien und die Bodenfruchtbarkeit verringern können. Das passiere jedoch nur bei sehr hohen Salzkonzentrationen direkt entlang gesalzener Straßen, sagt Wilmes. Der Effekt sei außerdem zeitlich begrenzt, da das Salz in Luxemburg durch starke Winterniederschläge schnell ausgewaschen werde. Die meisten Pflanzenarten befänden sich im Winter zudem in einer physiologischen Ruhepause und seien dadurch weniger empfindlich.
Wildtiere und Vögel, die natürliche Mineralien aufnehmen, könnten laut Wilmes vom Streusalz angezogen werden, was das Risiko für Verkehrsunfälle erhöhe. Auch die Lebenserwartung von Straßenbäumen könnte sich durch zu viel Salz verkürzen. Genaue Zahlen dazu lägen jedoch nicht vor.
Trotz jahrzehntelanger Suche nach umweltschonenden Alternativen bleibt klassisches Streusalz laut Wilmes „das einzige bewährte Mittel“ für einen effizienten Winterdienst. Auf dem staatlichen Straßennetz werde bewusst auf Splitt oder andere mechanische Streumittel wie (Lava-)Granulate verzichtet. Diese seien teurer, verschleißintensiv, für wechselhafte Winterbedingungen ungeeignet und könnten die Abwasserleitungen verstopfen. (les)