Mobilitätswoche

Luxemburgs Gemeinden zeigen, wie Mobilität für alle zugänglich werden kann

Bis zum 22. September steht Luxemburg im Zeichen der Europäischen Mobilitätswoche. Zahlreiche Gemeinden zeigen mit Fahrradtouren, autofreien Straßen und Aktionen zur Barrierefreiheit, wie Mobilität nachhaltiger und für alle zugänglich werden kann.

Die Mobilitätswoche will Alternativen erfahrbar machen

Die Mobilitätswoche will Alternativen erfahrbar machen Foto: Ville d’Esch

Wer in diesen Tagen sein Fahrrad überprüfen lässt oder dort Menschen begegnet, wo sonst Autos parken, ist vermutlich mitten in der Europäischen Mobilitätswoche gelandet. Sie findet jedes Jahr im September statt und soll zeigen, wie sich alltägliche Wege auch ohne ständigen Griff zum Autoschlüssel zurücklegen lassen.

Die Europäische Kommission rief die Aktionswoche 2002 ins Leben. Luxemburg beteiligt sich seit 2005. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, Bus und Bahn, das Fahrrad und das Zufußgehen in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei geht es nicht allein um weniger Abgase. Sichere Wege, bessere Luft und öffentliche Räume, in denen Menschen sich gerne aufhalten, sollen zugleich die Lebensqualität verbessern.

Das Motto lautet erneut „Mobility for everyone“, also „Mobilität für alle“. Jeder soll möglichst selbstständig, sicher und bezahlbar unterwegs sein können, unabhängig von Alter, Einkommen oder körperlichen Voraussetzungen. 2026 richtet sich der Blick besonders auf die verschiedenen Generationen. Kinder haben andere Bedürfnisse als Berufspendler, ältere Menschen stoßen auf andere Hindernisse als Jugendliche. Ein abgesenkter Bürgersteig, eine sichere Straßenquerung oder ein barrierefreier Bus können darüber entscheiden, ob jemand ohne fremde Hilfe ans Ziel gelangt.

Mobilität praktisch erleben

Wie unterschiedlich sich diese Idee umsetzen lässt, zeigen die Programme der Luxemburger Gemeinden. In der Hauptstadt können Besucher Stadtbusse und die mit einer Hebebühne ausgestatteten Fahrzeuge des Call-a-Bus kennenlernen. Dabei wird auch sichtbar, welche Hindernisse Menschen im Rollstuhl im öffentlichen Raum überwinden müssen. Multimodale Führungen verbinden Fußwege und öffentliche Verkehrsmittel zu einer etwas anderen Stadtrundfahrt.

Im Süden wird die Mobilitätswoche über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg gedacht. In Esch führt am Samstag eine „Vélorution“ über Belval bis ins französische Villerupt. Einen Tag später wird die Place Benelux zum Treffpunkt für sanfte Mobilität. Dort können von 11 bis 18 Uhr unter anderem gebrauchte Fahrräder den Besitzer wechseln.

Ganze Region macht mit

Besonders umfangreich fällt das gemeinsame Programm im Kordall aus. Differdingen, Petingen, Käerjeng und Sanem verbinden die Aktionswoche mit Fahrradtouren, Diskussionsrunden, einem autofreien Tag und neuen Radverbindungen. Beim „Park(ing) Day“ werden Stellplätze vorübergehend zu Begegnungsorten. Im Gerlache-Park wird Bewegung zum Familienprogramm. Am Abend liefern Fahrräder sogar den Strom für eine Filmvorführung unter freiem Himmel.

Sanem setzt eigene Akzente. Beim Wettbewerb „Pimp my Bushaischen“ wurden Bushaltestellen künstlerisch gestaltet. Am Samstag führt zudem eine gemütliche Radtour von Beles über Zolver und Sanem nach Differdingen und zurück.

In Niederanven kommen am Sonntag unterschiedliche Gruppen gemeinsam in Bewegung. An der Sporthalle Jos Mouton starten Touren für Rennradfahrer, Mountainbiker und Familien. Auch Rollstuhlfahrer der Résidence Gréngewald sind dabei. Kinder üben zunächst im Verkehrsgarten und fahren anschließend durch die Gemeinde.

Die Mobilitätswoche will Alternativen erfahrbar machen. Eine Woche wird die Verkehrswende nicht herbeiführen. Sie kann aber sichtbar machen, wo bereits etwas funktioniert und wo ein sicherer Radweg, ein dichterer Bustakt oder eine abgesenkte Bordsteinkante noch fehlen.

1 Kommentare
Pimp my Auto 18.09.202608:58 Uhr

Selten sieht man ein Foto von Radwegen bei Eisregen oder Schnee. Jedenfalls nicht mit mobilen Radfahrern.Oder einen Radfahrer mit einem Kasten Bier auf dem G-träger. Ich fahre 10 000 Km Rad pro Jahr.Brauche aber auch mein Auto.

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