Trockenheit

Luxemburgs Bäche laufen leer und ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht

Fünf Bäche führen bereits kein Wasser mehr. Wenn es nicht bald regnet, könnten es noch mehr werden.

Aus Bächen werden Rinnsale

Aus Bächen werden Rinnsale Archivbild: Editpress

Der Béiwenerbaach ist trocken. Der Dirbech auch, ebenso Ningserbaach, Mierbech und Bibeschbaach. Mindestens fünf Bäche in Luxemburg führen kein Wasser mehr, das teilt die „Administration de la gestion de l‘eau“ (AGE) auf Nachfrage des Tageblatt mit.

Situation unübersichtlich

Fast trocken sind zwei weitere Gewässer: die Blees bis Branebuerg und der Syrbaach. In der Äisch, der Mamer, der Wark und der Koulbich rinnt zwar noch Wasser, aber wenig. Eine Karte, die zeigt, welcher Bach im Land noch Wasser führt und welcher nicht, gibt es nicht. Und sie wird laut der AGE auch nicht so schnell kommen. Kleine Wasserläufe lassen sich nur vor Ort beurteilen, jemand muss hinfahren und nachschauen. Die Lage ändere sich dabei schnell, so die Verwaltung. Das gesamte Gewässernetz gleichzeitig zu kontrollieren, sei nicht möglich. Die Liste sei deshalb eine Momentaufnahme und nicht vollständig. Weitere Kontrollgänge seien für die nächsten Tage geplant.

Für die größeren Flüsse liefern Messstationen Zahlen und diese zeichnen ein deutliches Bild. Die meisten Gewässer liegen derzeit unter dem mittleren Niedrigwasserabfluss, also unter dem Wert, den ein Fluss in einem normalen Jahr in seiner trockensten Phase führt. An einzelnen Messpunkten nähern sich die Werte dem tiefsten Stand, der dort je gemessen wurde. Bleibe großflächiger Regen über einen längeren Zeitraum aus, könnten an vielen Bächen neue Minusrekorde fallen, warnt die AGE.

Fische und Wälder leiden

Was das für die Landschaft bedeutet, zeigt sich auch an anderer Stelle. Michel Leytem, Direktor der „Administration de la nature et des forêts“, sprach vor gut einer Woche von fast sechs Wochen ohne Regen und von Wäldern, die darunter leiden. Verfärbte Blätter, abgestorbene Kronen, aufgeplatzte Rinden sind nur die äußerlich sichtbaren Indizien dafür.

Unter Wasser trifft es die Fische. Umweltminister Serge Wilmes (CSV) hat in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage der DP-Abgeordneten Gusty Graas und André Bauler bereits auf niedrige Wasserstände und außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen Ende Juni verwiesen. Besonders empfindlich reagierten die Gewässer im Ösling und im Westen des Landes sowie kleine Bäche. Weniger Wasser heißt wärmeres Wasser, und warmes Wasser hält weniger Sauerstoff. Für Forellen und andere kälteliebende Arten wird es dann eng.

Auf Entspannung deutet vorerst wenig hin. Die Vorhersage für die kommende Woche zeigt kaum Niederschlag, dafür wieder Temperaturen um 35 Grad zum Ende der Woche.

Karte
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