Cyberkriminalität

Luxemburger Polizei nimmt mutmaßliche „Money Mules“ nach Luxtrust-Betrug fest

Nach zwei Luxtrust-Phishing-Fällen hat die Polizei eine Frau und einen Mann festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden zudem 85 Gramm Haschisch und Hinweise auf mutmaßlichen Drogenhandel entdeckt.

Luxemburger Polizei nimmt mutmaßliche „Money Mules“ nach Luxtrust-Betrug fest

Symbolbild: Philip Dulian/dpa

Eine Frau ist am Freitag nach einem mutmaßlichen Fall von Geldwäsche durch einen Luxtrust-Betrug festgenommen worden. Die Verdächtige soll ihr Bankkonto zur Verfügung gestellt haben, um das durch den Betrug erbeutete Geld zu waschen, geht am Samstag aus dem Bulletin der Polizei hervor.

Ausgangspunkt war die Anzeige eines Betrugsopfers, das sich am Nachmittag des 23. Oktober bei der Polizei meldete. Nach Ermittlungen konnten die Beamten die verdächtige Frau identifizieren. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin ihr Haus durchsucht. Anschließend nahmen die Polizisten die Verdächtige fest und führten sie einem Untersuchungsrichter vor.

Haschisch bei Hausdurchsuchung gefunden

In einem weiteren Fall führte ein Luxtrust-Phishing-Betrug zu einer Hausdurchsuchung bei einem Mann. Der Polizei sei der Betrugsfall bereits am 24. September gemeldet worden. Der Verdächtige stand im Verdacht, als sogenannter „Money Mule“ mit der Tat in Verbindung zu stehen.

Bei einer Hausdurchsuchung am 23. Oktober fanden die Beamten laut Polizeibericht 85 Gramm Haschisch sowie Hinweise darauf, dass der Mann möglicherweise auch in den Verkauf von Betäubungsmitteln verwickelt war. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Diekirch nahmen die Beamten den Mann fest. Die Ermittlungen dauern an.

Bis zu fünf Jahre Haft bei Geldwäsche

Die Polizei weist darauf hin, dass die Bereitstellung eines Bankkontos zum Zweck der Geldwäsche mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und einer Geldstrafe von bis zu 1,25 Millionen Euro geahndet werden kann. Das betreffende Geld oder dessen Gegenwert wird eingezogen. Handelt es sich um eine Beteiligung an den Haupt- oder Nebentätigkeiten einer Vereinigung oder Organisation, können sogar Haftstrafen von 15 bis 20 Jahren drohen.

Die Polizei warnt weiterhin vor Phishing-Betrug, insbesondere durch den Wechsel von Payconiq zu Wero.

Wer Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, sollte seine Bank- und Kreditkarten unter der Nummer (+352) 49 10 10 bei Worldline sowie seine Luxtrust-Konvention unter der Nummer (+352) 24 550 550 sperren lassen. Außerdem empfiehlt die Polizei, die eigene Bank zu kontaktieren, um das Wero-Konto und gegebenenfalls vorläufig das Bankkonto sperren zu lassen. Betroffene sollten zudem eine Rückerstattung für unrechtmäßige Transaktionen beantragen. (DJ)

Was ist „Money Muling“?

Das sogenannte „Money Muling“ wird im Bereich der Geldwäsche eingesetzt. Täter verschiedener Straftaten (z.B. Phishing oder andere Betrugsdelikte) nutzen die Technik, um in den Besitz der Erträge ihrer Straftaten zu gelangen – also des durch ihre kriminellen Aktivitäten erwirtschafteten Geldes.

Dazu bedienen sie sich sogenannter „Money Mules“. Diese Geldkuriere erhalten Geld von einem Bankkonto, das nicht ihnen gehört. Dieses überweisen sie entweder auf ein anderes Konto, oder sie heben es in bar ab und übergeben es einer anderen Person gegen eine Provision.

Oft handelt es sich bei Geldkurieren um junge Menschen oder Personen in prekären finanziellen Verhältnissen, die über soziale Medien und Messaging-Plattformen rekrutiert werden. (Quelle: police.public.lu)

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