Neu in Luxemburgs Kinos
„La Cache“ zeigt: Jede Familie ist auf ihre Art meschugge
„La Cache“, frei nach der Biografie von Christophe Boltanski, ist ein origineller Film, der keine Shoah-Klischees bedient und durch Cast, Filmästhetik und Humor überzeugt.
Was den Cast von „La Cache“ in dieser Szene wohl beschäftigt? Foto: Bande à part Films/Red Lion/Les Films du Poisson
Verfilmungen mit NS-Bezug sind eine heikle Angelegenheit, zumal bei einer Komödie. Die anfängliche Skepsis ist noch größer, wenn es sich um eine Literaturverfilmung handelt. Oft zerstört der enge Fokus im Film die literarische Form, schafft Bilder, die sich über die eigene Fantasie schieben.
Um es vorwegzunehmen: Der Schweizer Regisseur Lionel Baier, der das Drehbuch gemeinsam mit Catherine Charrier geschrieben hat, tritt mit „La Cache“ in keine dieser Fallen. Obwohl die Vorlage, Christophe Boltanskis autobiografischer Roman „La Cache“ (Prix Femina 2015), ein literarischer Brocken ist, löst sich der Regisseur so weit von der komplexen Romanvorlage, dass er dem Wesen der Erzählung noch treu bleibt. Er adaptiert frei, indem er genug eigene Fantasiefäden spinnt, um (s)eine eigene märchenhafte Erzählung zu schaffen.