Venedig

Jury der Biennale tritt wegen Zulassung Russlands zurück

Kurz vor Eröffnung der Kunstbiennale in Venedig hat die internationale Jury ihren Rücktritt erklärt – aus Protest gegen die Teilnahme Russlands. Die Veranstalter reagieren mit einer Verlegung der Preisverleihung und beharren auf dem Prinzip der Offenheit.

Italien Venedig La Biennale Gebäude mit Rauch davor bei Kunstveranstaltung am Canal Grande

Italien, Venedig: Ein Gebäude mit dem Schriftzug „La Biennale“ ist von Rauch umgeben Antonio Calanni/AP/dpa

Wegen der Zulassung Russlands zu der bevorstehenden Biennale in Venedig hat die international besetzte Jury kurz vor Beginn der bedeutsamen Kunstausstellung ihren Rücktritt erklärt. Die Veranstalter teilten daraufhin am Donnerstag mit, die Preisverleihung am 22. November statt am 9. Mai abzuhalten. Einer der beiden Preise könne „gemäß dem Grundsatz der Inklusion und der Gleichbehandlung“ von jedem auf der offiziellen Teilnehmerliste verzeichneten Land gewonnen werden.

Die Ausstellung in der italienischen Stadt stehe für „Offenheit, Dialog und die Ablehnung jeder Form von Abschottung oder Zensur“, erklärten die Biennale-Veranstalter weiter. Die Veranstaltung wolle und müsse „ein Ort des Waffenstillstands im Namen der Kunst, der Kultur und der künstlerischen Freiheit“ bleiben.

Die Jury hatte vor einer Woche erklärt, keine Preise an Länder zu verleihen, gegen deren Staats- und Regierungschefs der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) Haftbefehle wegen Kriegsverbrechen erlassen habe. Damit waren Russland und Israel gemeint.

Im März hatten die Veranstalter der Biennale mitgeteilt, Russland erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 wieder an der Kunstausstellung teilnehmen zu lassen. Die Ankündigung stieß unter anderem bei Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und beim ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha auf Kritik.

Die Biennale in Venedig findet seit 1895 statt. In diesem Jahr läuft sie vom 9. Mai bis zum 22. November.

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