Wetterkolumne

In Südwesteuropa toben Tornados und Stürme – Luxemburg bleibt verschont

Das Wetter in Luxemburg ist die Ruhe selbst, während in Frankreich bereits die ersten Tornados des Jahres tobten. In Portugal und Spanien richtete der Sturm Kristin verheerende Schäden an, leider mit tödlichen Folgen.

Vom Sturm gepeitschte Wellen brechen an der felsigen Küste von Malaga, stürmisches Meer und dramatischer Himmel

Vom Sturm gepeitschte Wellen treffen auf die Küste von Malaga Foto: Alex Zea/Europa Press/dpa

In der Region Aquitaine wurden am vergangenen Wochenende die ersten Tornados des Jahres registriert. Der deutlichste Fall ereignete sich am Sonntagnachmittag im Département Gironde, in der Umgebung von Riocaud. Dort kam es gegen 14.50 Uhr zu einer nennenswerten Schadensschneise, die sich über mehrere Kilometer zog. Dächer wurden teilweise abgedeckt, Gebäude beschädigt und zahlreiche Bäume entwurzelt oder abgebrochen.

Der Wirbelsturm wurde durch Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras dokumentiert. Die Auswertung der Radar- und Dopplerdaten zeigt typische Merkmale einer sogenannten „Low-topped supercell“, also einer vergleichsweise flachen, aber dennoch rotierenden Gewitterzelle.

Ein weiterer, inzwischen als plausibel eingetragener Fall ereignete sich in der Nacht auf Montag in Lasseube im Département Pyrénées-Atlantiques. Auch dort wurden zwei Wohnhäuser beschädigt, erneut durch eine LT-Superzelle. Die Besonderheit: Das Ereignis fand gegen halb eins nachts statt. Nächtliche Tornados, und dann auch noch in den Wintermonaten, gelten auf unserem Kontinent als seltene Erscheinung. Die Untersuchungen durch das französische Observatorium für Unwetter „Keraunos“ halten weiter an.

Schwerer Sturm in Teilen Portugals und Spaniens

Noch gravierender waren die Auswirkungen eines heftigen Sturmtiefs, das in der Nacht auf Mittwoch Portugal traf und anschließend nach Spanien weiterzog. Zwar handelte es sich flächenmäßig nicht um ein außergewöhnlich großes System, die Intensität war jedoch bemerkenswert. In mehreren Regionen Portugals wurden Windgeschwindigkeiten gemessen, die sonst eher an einen tropischen Wirbelsturm erinnern.

An der Station São Martinho do Porto wurden Böen von über 156 km/h registriert, in der Region Monte Real sogar Spitzen bis 177 km/h. Besonders betroffen waren Gebiete nördlich von Lissabon, die Region Leiria, Teile von Coimbra, Santarém sowie der Westen von Portalegre. Auch im angrenzenden Spanien wurden extreme Werte gemessen, etwa in Brozas mit rund 150 km/h. Einige privat betriebene Wetterstationen registrierten Geschwindigkeiten um 200 km/h – unbekannt ist allerdings, wie präzise die jeweilige Sensorik ist. Eine Qualitätskontrolle dieser privaten Daten liegt nicht vor.

Neben dem Sturm spielte auch der Regen eine zentrale Rolle. In denselben Regionen fielen binnen weniger Tage teils enorme Niederschlagsmengen. Besonders herausragend ist der Messwert aus Grazalema in Andalusien, wo seit Dienstag fast 500 l/m² registriert wurden. In Staulagen Nordportugals und Nordwestspaniens sind bis in die kommende Woche weitere 300 bis 400 l/m² möglich.

Weitere Tiefdrucksysteme angekündigt

Die Wetterlage bleibt angespannt. Die Modelle zeigen auch in den kommenden Tagen eine anhaltend aktive Westströmung, durch die weitere Tiefdruckgebiete auf die Iberische Halbinsel treffen können. Bereits für heute sowie erneut zu Beginn der kommenden Woche werden neue Frontensysteme mit Sturm und kräftigem Regen berechnet. Lokal kann in höheren Lagen auch Schnee hinzukommen.

Während sich die Lage in Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel also weiterhin sehr dynamisch zeigt, bleiben Mitteleuropa und Luxemburg von vergleichbaren Extremereignissen verschont. Die aktuelle Großwetterlage zeigt jedoch eindrücklich, wie stark die Kontraste innerhalb Europas derzeit ausfallen können.

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