Marche Internationale

In Diekirch sind die transatlantischen Beziehungen noch intakt

Tausende Wanderer aus der ganzen Welt nehmen am Wochenende an der „Marche Internationale de Diekirch“ teil, rund 3000 von über 10.000 kommen aus den USA. Wieso die Veranstaltung gerade bei den Amerikanern so beliebt ist und was ihren Reiz ausmacht.

Nienke mit niederländischen Freundinnen bei der 21. Teilnahme an der Marche Internationale in Luxemburg

Nienke (l.) hat ihre niederländischen Freundinnen zu sich nach Luxemburg eingeladen, um gemeinsam an der „Marche Internationale“ teilzunehmen. Für sie war es bereits das 21. Mal. Editpress/Lisa Goedert

Es ist ein buntes Bild voller Kontraste, das sich am Wochenende rund um Diekirch bietet: Tarnfleck trifft auf Wander-Funktionskleidung, Marsch-Gesang auf Party-Hits. Bei der „Marche Internationale de Diekirch“ ziehen zivile Wanderer und Soldaten in voller Montur Seite an Seite durch das Sauertal. Man unterhält sich, tauscht Patches und feiert danach gemeinsam an der „Aler Seeërei“.

Vom „Arméiersmarche“ zum internationalen Volksfest

Orden und Kanonen-Pin als Auszeichnung für 40 Kilometer Lauf an zwei Tagen

Wer an beiden Tagen 40 Kilometer absolviert, bekommt diesen Orden samt Kanonen-Pin Foto: Lëtzebuerger Arméi

Ins Leben gerufen wurde der Marsch 1968 von der luxemburgischen Armee, und bis heute hat das Event einen offiziellen Charakter: Wer an beiden Tagen die Distanz von 20 Kilometern erfolgreich absolviert, erhält die „Médaille de la Marche de l‘Armée“. Wer die volle Strecke von zweimal 40 Kilometern bestreitet, bekommt zusätzlich den Pin mit den gekreuzten Kanonen – das eigentliche Objekt der Begierde. Der Clou: Für US-Soldaten ist dies ein offiziell anerkannter ausländischer Orden, den sie stolz an ihren Uniformen tragen dürfen, was den großen Zulauf erklärt.

Doch nicht nur dieses Abzeichen ist heiß begehrt. Auch die zivile NGO „International Marching League“ (IML) ist vertreten und übergibt erfolgreichen Wanderern die Spange mit der „Luxemburg“-Gravur, die diese an ihre Sammelmedaille klemmen.

„Beim Wandern sind Männer und Frauen gleich. Das macht man mit dem Kopf und mit den Füßen und da gibt es keinen Unterschied – wir sind Menschen. Abhängig von der Kondition kann jeder das Gleiche erreichen“, erklärt das ehemalige Vorstandsmitglied Herma Wyërs aus den Niederlanden, die sich immer noch als Freiwillige engagiert.

Schicksalsschlag und Neuanfang: Der neue Präsident

Dass auch Adjudant-Major John Lanser (48) den Marsch noch miterleben darf, grenzt an ein Wunder. Als am 14. Februar 2019 im Munitionslager der Luxemburger Armee in Waldhof eine Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg explodierte, wurde er schwer verletzt, zwei seiner Kameraden starben. Aus vorangegangenen Einsätzen in Bosnien, Kosovo und Afghanistan kehrte er unversehrt zurück, die Spuren dieses Arbeitsunfalls zeichnen und belasten seinen Körper aber bis heute. Trotzdem bleibt er seinem Dienstherren treu: Als sein Vorgänger Marc Streng vergangenes Jahr in Pension ging, hat Lanser die Präsidentschaft der federführenden „Marche Internationale de Diekirch Asbl“ übernommen.

John Lanser bei der Organisation des Marche Internationale de Diekirch Asbl Events, Eventmanagement und Planung

John Lanser kümmert sich als „Marche Internationale de Diekirch Asbl“ um die Organisation des Events Editpress/Lisa Goedert

Er hat den Überblick über die Anmeldungen: „Rund drei Viertel der Teilnehmer aus den USA sind Militärangehörige, oft aus Ramstein und Kaiserslautern, wo sie stationiert sind. Viele bringen ihre Familien mit, die dann mit den Kindern die kürzere Runde von 12 Kilometern gehen. Aber auch aus Polen kommen viele, wo die NATO sich im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt und die Grenze zu Russland positioniert hat. Manche fliegen aber auch extra aus Amerika hierher.“

Auf der Liste vom Samstagnachmittag befinden sich zudem Staatsangehörige aus mehr als 80 weiteren Ländern, darunter aus Kolumbien, der Ukraine und sogar eine Handvoll aus Russland. „Wenn das Wetter passt, dann kommen erfahrungsgemäß am Sonntag nochmals zahlreiche Wanderer aus Luxemburg und der Umgebung spontan am Morgen, melden sich an und marschieren mit“, so Lanser. „Es wird immer größer, und viele kommen immer wieder.“

Gruppe von Freunden aus Luxemburg feiert Ankunft in Diekirch, gemeinsamer Ausflug, Freude und Zusammenhalt im Freien
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Eine Gruppe von Freunden aus Luxemburg feiert die Ankunft am Ziel in Diekirch

© Lisa Goedert

Luxemburger Soldaten fotografieren am Ziel in Diekirch mit einem fröhlichen Maskottchen
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Luxemburger Soldaten machen am Ziel in Diekirch fotos mit einem Maskottchen

© Editpress/Lisa Goedert

US-Militärangehörige ziehen erschöpft nach anstrengendem Marsch ihre Schuhe aus, erholen sich im Freien
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US-Militärangehörige haben ihre Schuhe nach dem anstengenden Marsch ausgezogen

© Editpress/Lisa Goedert

Bundeswehrsoldat Paul aus Zweibrücken beim 40-Kilometer-Marsch mit seinem Hund Jimmy in Uniform
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Bundeswehrsoldat Paul aus Zweibrücken hat den 40-Km-Marsch mit seinem Hund „Jimmy“ absolviert

© Editpress/Lisa Goedert

Erschöpfte Soldatinnen und Soldaten in der Al Seeërei während einer militärischen Übung im Einsatz
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Erschöpfte Soldatinnen und Soldaten in der „Al Seeërei“

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Glückliche Luxemburger genießen ein kühles Bier nach der Wanderung in der Natur
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Diese Luxemburger freuen sich auf ein kühles Bier nach der Wanderung

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In Diekirch sind die transatlantischen Beziehungen noch intakt
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Die „Marche Internationale de Diekirch“ ist zudem ein Volksfest geworden

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