Luxemburger Tierfotograf

Tasmanien ist ein Albatros-Paradies

Albatrosse gehören zu den größten Vögeln der Welt. Mit Flügelspannweiten von bis zu 3,6 Metern sind sie perfekt angepasst, Monate bis sogar Jahre über das offene Meer zu segeln.

Ein Albatros im Südlichen Ozean. Die faszinierenden Vögel ziehen immer mehr Begeisterte nach Tasmanien, einen der weltweit besten Orte, um Albatrosse zu beobachten.

Ein Albatros im Südlichen Ozean. Die faszinierenden Vögel ziehen immer mehr Begeisterte nach Tasmanien, einen der weltweit besten Orte, um Albatrosse zu beobachten. Foto: Sören Salvatore

Weltweit gibt es 22 verschiedene Albatros-Arten. Zehn von den weltweit vorkommenden Arten werden regelmäßig in den Gewässern Tasmaniens gesichtet. Eine Art, der Scheue Albatros, ist sogar ein richtiger Australier, denn er brütet ausschließlich auf drei abgelegenen Felseninseln rund um Tasmanien.

Ein Albatros bei Sonnenaufgang vor der tasmanischen Küste. Der Vogel fliegt so dicht an der Meeresoberfläche, dass er einstweilen hinter den Wellen verschwindet.

Ein Albatros bei Sonnenaufgang vor der tasmanischen Küste. Der Vogel fliegt so dicht an der Meeresoberfläche, dass er einstweilen hinter den Wellen verschwindet. Foto: Sören Salvatore

Das ganze Jahr über fliegen die Tiere über die Weiten der Ozeane und können täglich knapp 1.000 Kilometer zurücklegen. Dabei helfen ihre großen Flügel und der dynamische Segelflug, eine Flugtechnik, bei der sich die Albatrosse die geringere Windgeschwindigkeit an der Meeresoberfläche zunutze machen. Im Slalom fliegen die Vögel immer wieder abwechselnd mit oder gegen den Wind, steigen auf, bevor sie wieder so dicht am Wasser fliegen, dass sie die Wellen fast mit ihren Flügelspitzen schneiden. Dadurch ist der Energiegewinn größer als der Energieverlust und Albatrosse können lange Distanzen ohne einen einzigen Flügelschlag zurücklegen.

Der Autor

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien Foto: Sören Salvatore

Anfang 2023 ist Sören Salvatore, passionierter Ornithologe und Naturfotograf, nach Tasmanien ausgewandert. Hier lebt der Luxemburger in der Stadt Hobart mit seiner kanadischen Partnerin, arbeitet als Wildökologe und führt Vogelbeobachtungs-Touren.

Das Brutgeschäft ist die einzige Gelegenheit, Albatrosse an Land zu sehen. Einmal im Jahr, bei verschiedenen Arten sogar nur alle zwei Jahre, kehren Albatrosse auf ihre Geburtsinseln zurück. Sie sind äußerst standorttreue Vögel und behalten auch ihr Leben lang den gleichen Partner. Der älteste bekannte wildlebende Vogel ist ein Albatros-Weibchen namens Wisdom. Sie ist mindestens 75 Jahre alt und wurde 1956 als brütendes Weibchen offiziell als #Z333 beringt. 2025 wurde sie das letzte Mal beobachtet und hat auch mit ihrem Partner auf dem Midway Atoll ein Ei ausgebrütet.

Ein Albatros-Küken auf einer Felseninsel in Tasmanien. Das kleine Küken ist schon um ein Mehrfaches größer als die Möwe nebenan.

Ein Albatros-Küken auf einer Felseninsel in Tasmanien. Das kleine Küken ist schon um ein Mehrfaches größer als die Möwe nebenan. Foto: Sören Salvatore

Mittlerweile reisen Menschen aus aller Welt nach Tasmanien, um von da aus mit einem kleinen Schiff an den Rand des Kontinentalschelfs zu fahren und Albatrosse zu sehen. Vier Stunden dauert die Fahrt aufs offene Meer, bevor man auf die Vögel trifft. Die besten Bedingungen bietet vor allem ein etwas raueres Meer mit gutem Wellengang. Jedes Wochenende tuckern bis zu 12 begeisterte „Birder“ mit einem kleinen Fischkutter raus aufs Meer. Die meisten von ihnen sind vollgedröhnt mit Tabletten gegen Seekrankheit, damit man die Gegenwart dieser außergewöhnlichen Vögel trotz rauer Bedingungen genießen kann. Wenn man es dann auch noch schafft, auf dem schaukelnden Boot Fotos von fliegenden Albatrossen zu machen, kann man nur glücklich wieder nach Hause fahren.

Tasmanien ist ein Albatros-Paradies
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© Foto: Sören Salvatore

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