Wiltz
Himmelfahrt am Donnerstag: Fatima-Wallfahrt verbindet Glauben und Volksfest
Seit 1968 pilgern jedes Jahr Tausende von Gläubigen an Christi-Himmelfahrt zur Heiligen Frau von Fatima nach Wiltz. Tage, ja Wochen zuvor ist man vor allem in der portugiesischen Gemeinschaft Luxemburgs mit der Organisation beschäftigt, dies in enger Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Niederwiltz und Wiltz.
Blick auf die letztjährige Prozession zum Fatima-Denkmal Foto: Privat
Am Donnerstag, dem Himmelfahrtstag, wird die Ardennenstadt Wiltz wieder ganz im Zeichen der Fatima-Wallfahrt stehen.
Zur Erinnerung: Das Ziel der Wallfahrt mit abschließender Prozession ist das Denkmal „Unserer Lieben Frau von Fatima“, das auf einer Anhöhe der Stadt Wiltz („Op Bäessent“) errichtet wurde. Dabei gedenken die Pilger der heiligen Maria, die, laut Überlieferungen, im Jahr 1917 drei Kindern in dem kleinen portugiesischen Dorf Fatima gleich sechs Mal erschienen sein soll.
Die Idee, ein solches Denkmal in Wiltz zu errichten, geht zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, genauer gesagt in die Epoche der Rundstedt-Offensive, unter der vor allem die Bevölkerung im Norden unseres Landes zu leiden hatte. Niedergeschrieben ist, dass sich eine Gruppe von Wiltzer Bürgern in einem Keller traf und dort das Versprechen ablegte, dass sie der Jungfrau Maria ein Denkmal errichten werden, sollten sie von den Kriegswirren verschont bleiben. Sie überlebten und lösten 1951 ihr Versprechen ein. Die Einweihung fand am 13. Juli 1952 statt.
Erst 17 Jahre später gab es die erste Pilgerfahrt zur Fatima. Es waren damals etwa hundert aus Portugal eingewanderte Arbeiter, die das Denkmal mit ihrem Heimatland in Verbindung brachten. In den Folgejahren wurde aus dem religiösen Fest ein wahres interkulturelles Volksfest. Wenn das Wetter mitspielt, werden die Straßen nach Wiltz am Donnerstag einmal mehr von Zelten, Klappstühlen und Grillanlagen umsäumt sein. Um die 20.000 Pilger und Feiernde werden erwartet.
900 ausgewiesene P&R-Plätze
In Wiltz selbst ist am Himmelfahrtstag mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Zwischen 9 und 20 Uhr sind zum Beispiel folgende Straßen gesperrt: Campingstrasse (teilweise), rue Charles Lambert, rue du Dix Septembre (teilweise), rue Geetz, „beim Hundsburn“, rue du Pont (teilweise), beim Reenert, rue Michel Rodange, rue des Sports (teilweise) und place des Tilleuls.
In den folgenden Straßen dürfen lediglich Anwohner, Fahrräder und Busse verkehren: rue Aneschbach, op Bäessent, am Bongert, Campingstrooss (teilweise), avenue de la Gare, op der Hiel, an der Kaul, beim Kaulebeerig, rue du Moulin à vent, route de Noertrange, rue du Pont (teilweise), rue des Prés, rue Léopold Richard, rue du Dix Septembre (teilweise), Fabrikswee, rue Joseph Simon, rue des Sports (teilweise), rue des Tanneurs, rue Michel Thilges (teilweise) und rue des Tisserands.
In vielen Straßen ist das Parken den ganzen Donnerstag über verboten. Dafür wurde aber ein Park&Ride-Shuttle-Dienst eingerichtet, der alle 15 Minuten von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 21 Uhr folgende Haltestellen anfährt: „Bahnhof, Lann Quai 2, Lycée du Nord, Huuschtewee Parking, Klinik, Schloss, Kautebacherstrooss, Steekämmchen, Am Pëtz“ und „Post“. Zwischen Kautenbach und Wiltz verkehren alle 30 Minuten Züge. Für die Besucher hat die Stadt Wiltz rund 900 Park&Ride-Plätze ausgewiesen, die vom oben erwähnten Shuttle-Dienst angefahren werden.