Landwirtschaft
Landwirte, Winzer und Gärtner unter Dauerstress: Hotline bietet erstmals psychosoziale Hilfe
Wer denkt, psychologische Hilfe für Landwirte, Winzer und Gärtner sei ein Luxus, der irrt. Nachfolgeprobleme, wirtschaftliche Unsicherheiten, die Abhängigkeit vom Wetter oder im Falle von Tierhaltung die ständige Verfügbarkeit: Nahrungsmittelerzeuger haben spezielle Bedingungen, die andere Selbstständige nicht haben. Jetzt gibt es ein Seelsorgetelefon für den Berufsstand, das am 11. Mai im vorgestellt wurde.
Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (r.) bei der Vorstellung der Hotline (von l.: Nadja Bretz, Laurent Frantz und Christian Hahn) Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Der Präsident der Landwirtschaftskammer Christian Hahn hat zwei Hauptursachen dafür identifiziert, dass Landwirte unter Druck geraten. „Sie sind alle abhängig vom Wetter“, sagt er. „Wenn es nicht mitspielt, kommt es unter Umständen zu Missernten“. Das gefährdet das Einkommen. Selbst wenn aus professioneller Sicht auf dem Hof alles richtig gelaufen ist, das Wetter haben sie nicht in der Hand.
Das zweite sind nicht nur die – je nach Produkt – hohen Arbeitsspitzen in der Saison, sondern im Falle von Tierhaltung die ständige Verfügbarkeit. „Überarbeitung“, sagt Hahn. „Gerade bei Tierhaltung ist es ein 24 Stunden-Job, sieben Tage in der Woche und das das ganze Jahr über“. Er weiß, wovon er spricht. Auf seinem Hof in Roodt produziert er Milch und Rindfleisch, ist aber vor allem wegen der Kürbisse im Land bekannt.