Universität Luxemburg

„Haben nichts gehört“ – Studenten reagieren auf Medienberichte über Mobbing

An der Universität Luxemburg hängt der Haussegen schief. Mobbingvorwürfe, Machtmissbrauch und schlechtes Arbeitsklima – was sagen die Studenten dazu? Das Tageblatt hat sich auf Belval umgehört.

Universität Luxemburg Gebäude mit moderner Architektur, Symbol für Bildung und Forschung in Luxemburg

Die Universität Luxemburg sorgt für Schlagzeilen Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard

Mobbing, Machtmissbrauch und ein schlechtes Arbeitsklima – diese Vorwürfe gegen die Leitung der Universität Luxemburg sorgen aktuell für Diskussionen. Im vergangenen September kam es deswegen zu einer Protestaktion gegen die Dekanin. Doch wie empfinden die Studenten das? Das Tageblatt war auf dem Campus auf Belval unterwegs und hat sich umgehört. Die meisten der befragten Studenten gaben an, wenig bis nichts von den Vorwürfen gehört zu haben.

Sophie Fischer, 25

Die Luxemburgistik-Studentin im Master hat über die Medien von den Anschuldigungen erfahren. „Ich war verwundert, ich hatte davon nichts mitbekommen.“ Die 25-Jährige studiert bereits seit fünf Jahren an der Uni. Vor allem die Mobbingvorwürfe hätten sie erstaunt.

Ali findet die Schlagzeilen in den Medien etwas zu hart

Ali findet die Schlagzeilen in den Medien etwas zu hart Foto: Editpress/Tun Stemper

Ali Ghaemmaghami, 23

Der Student des Bauingenieurswesens stieß in den Medien auf die Vorwürfe. „Die Schlagzeilen sind etwas zu hart.“ Die Universität gebe ihr Bestes, um für ein gutes Klima für alle zu sorgen. Er selbst habe nicht feststellen können, dass seine Lehrkräfte unter zusätzlichem Stress stünden. „Meine Dozenten sind jung und wir stehen uns sehr nah.“ Er habe nichts gehört, was die Anschuldigungen bestätige.

Doktorand (möchte anonym bleiben)

Ein Doktorand, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat keine konkreten Vorfälle beobachtet, sagt aber, Promovierende wie er würden generell am meisten ausgebeutet. „Wir müssen helfen, die Texte für unsere Vorgesetzten zu verfassen, Studenten unterstützen und mehr. Dafür gibt es keine Anerkennung.“ Eine mögliche Vertragsverlängerung sei außerdem komplett vom Vorgesetzten abhängig. „Sie wissen, dass Doktoranden auf ihre Empfehlungsschreiben angewiesen sind – es gibt viel Machtmissbrauch.“ Ob es in Luxemburg schlimmer sei als an anderen Universitäten könne er nicht sagen, es gebe aber hierzulande außerhalb des akademischen Bereiches wenig Arbeitsmöglichkeiten. „Deswegen fühlen sich die Vorgesetzten mächtiger.“

Abdul hat Gerüchte aus der Universitätsverwaltung gehört

Abdul hat Gerüchte aus der Universitätsverwaltung gehört Foto: Editpress/Tun Stemper

Abdul Rafay, 26

Er selbst habe keine negativen Erfahrungen gemacht. „Ich glaube, es gab einige Angestellte, die nicht mit ihrem Vorgesetzten zufrieden waren.“ Manche hätten über zu hohe Arbeitsbelastung durch die Fakultätsleitung geklagt. Die Studenten hätten wenig Kontakt mit der Verwaltung. „Ich habe nur Gerüchte gehört. Die Leute in der Verwaltung reden darüber.“ Er könne jedoch nichts bezeugen.

Weitere Aussagen

Ahmed Saifeldin, 19, hat nichts gehört. „Ich bin relativ neu an der Uni.“ Er hat im vergangenen September sein Studium der Computerwissenschaften begonnen. Den Protest habe er ebenfalls nicht mitbekommen. Liam, 22, weiß auch nichts von den Vorwürfen. „Ich achte nicht darauf.“ In seinem Physikstudium gehe es generell sehr entspannt zu. João Silva, 23, hat selbst nichts mitbekommen, jedoch die Berichte in den Medien verfolgt. „Ich weiß nicht, ob das stimmt oder nicht.“ Tom Gavé, ein 23-jähriger Student der Computerwissenschaften, sagt: „Ich habe absolut nichts gehört“, höchstens einen Artikel gelesen. Er könne jedoch nichts weiter dazu sagen.

Joao nachdenklich und unsicher, kann Anschuldigungen nicht beurteilen, Zweifel und Ungewissheit im Gesicht sichtbar

João kann nicht beurteilen, ob die Anschuldigungen wahr sind Foto: Editpress/Tun Stemper

1 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 29.01.202607:27 Uhr

Die Studenten sind eben am anderen Ende der Fahnenstange, erst als Doktorand kriegt man vielleicht etwas mit, was so in der Verwaltung nicht grad laufen tut...Die Hochschulministerin soll eben mal nach dem Rechten sehen lassen, damit das Ganze nicht ausufern und die Uni in ein schlechtes Licht international stellen tut! Insbesondere da die Uni ja noch eine junge Uni ist im internationalen Vergleich, be aware of the ranking, denn ist der Ruf erst ruiniert usw...

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