„Es geht den Finanzen der Stadt Esch gut“

Bürgermeister Christian Weis stellt finanzielle Prognose

In der Ratssitzung am Freitag in Esch präsentierte Bürgermeister Christian Weis (CSV) den mehrjährigen Finanzplan. Dabei hob er die positive Entwicklung der finanziellen Situation der Stadt hervor – auch die Opposition fand lobende Worte.

Stadt Esch entscheidet sich gegen geplantes Darlehen, finanzielle Stabilität und kommunale Haushaltsplanung

Die Stadt Esch muss voraussichtlich nicht auf das ursprünglich geplante Darlehen zurückgreifen

In der Gemeinderatssitzung am Freitag in Esch stand der mehrjährige Finanzplan („Plan pluriannuel financier“, PPF) zur Debatte. Das Dokument gilt vor allem als Instrument zur Einschätzung der finanziellen Entwicklung der Stadt – nicht als verbindlicher Haushaltsplan.

„Es geht den Finanzen der Stadt Esch gut“, erklärte Bürgermeister Christian Weis (CSV) und stützte diese Einschätzung sowohl auf die Zahlen des PPF als auch auf jüngst eingegangene Finanzdaten. Der PPF selbst zeige eine Momentaufnahme über einen Zeitraum von sechs Jahren und setze sich aus verschiedenen Elementen zusammen – darunter das aktuelle Budget, das berichtigte Budget des Vorjahres, Konten von 2024 sowie Prognosen für die kommenden drei Jahre.

Gleichzeitig verwies Weis auf die begrenzte Aussagekraft des Dokuments: Aufgrund seiner naturgemäßen Schwankungen könnten sich die Zahlen innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. So hätten bereits wenige Wochen zwischen der Einreichung beim Innenministerium und der Präsentation des Dokuments zu abweichenden Ergebnissen geführt. Dennoch bleibe der PPF allgemein ein wichtiges Instrument zur Orientierung und Planung.

Anstieg der Einnahmen

Bürgermeister Christian Weis präsentiert am Freitagmorgen die aktuelle Finanzlage der Stadt Esch

Bürgermeister Christian Weis präsentierte am Freitagmorgen die Finanzlage der Stadt Esch Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Besonders positiv entwickelte sich laut den präsentierten Zahlen die Einnahmen. So erhielt die Stadt im Rahmen des „Fonds de dotation globale des communes“ (FDGC) rund sieben Millionen Euro mehr als ursprünglich im Budget vorgesehen. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen aus diesem Fonds auf etwa 207 Millionen Euro. Zusätzlich trugen außerordentliche Einnahmen – insbesondere staatliche Subventionen – zur Finanzlage bei.

Trotz hoher Investitionen im Jahr 2025 – diese liegen zwischen 120 und 130 Millionen Euro – rechnet die Stadt mit einem Überschuss von rund 70 Millionen Euro. „Damit wird die Stadt Esch einen Kontostand von mehr als 100 Millionen Euro erreichen“, so Weis. Dies bedeute, dass ein ursprünglich vorgesehenes Darlehen „ganz wahrscheinlich nicht beantragt werden muss“.

Langfristig erwartet die Stadt steigende Einnahmen und stabile Überschüsse. Weis sprach von einem geplanten „ordentlichen Bonus zwischen 36 und 44 Millionen Euro pro Jahr“, was deutlich über früheren Prognosen liege. Diese Entwicklung habe „ganz klar positive Auswirkungen auf die Investitionskapazität der Stadt Esch“. Für den Zeitraum 2027 bis 2029 sind Investitionen von rund 350 Millionen Euro vorgesehen, wobei etwa 60 Prozent in die Bereiche Wohnungsbau und Bildung fließen sollen.

„Rosigere Zukunft“

Auch die Entwicklung der Verschuldung wurde thematisiert. Während frühere Prognosen deutlich höhere Schuldenstände vorausgesagt hätten – vor zwei Jahren war ein Schuldenberg von 227 Millionen für das Jahr 2026 vorgesehen –, liege die aktuelle Verschuldung bei rund 75 Millionen Euro. Insgesamt lasse sich festhalten, dass „der Bonus steigt und Schulden abgerechnet werden können“, so Weis.

In der anschließenden Diskussion bestätigten Vertreter der Opposition die grundsätzlich positive Entwicklung, setzten jedoch einige Akzente. LSAP-Rat Steve Faltz erklärte, man könne „in eine rosigere Zukunft blicken“. Gleichzeitig kritisierte er einzelne politische Entscheidungen, etwa im Zusammenhang mit dem Standort eines geplanten Handwerkerhofs, der zunächst in Düdelingen angesiedelt wird.

Faltz thematisierte zudem steigende Personalkosten und fragte nach konkreten Planungen: Angesichts wachsender Stadtviertel stelle sich die Frage, „wie die Personalaufstellung der Gemeinde aussehen soll“. Diese Entwicklung müsse im Zusammenhang mit den steigenden ordentlichen Ausgaben besonders im Blick behalten werden.

Finanzielle Spielräume nutzen

Marc Baum (déi Lénk) bewertete die Lage ebenfalls positiv, betonte jedoch die langfristigen Herausforderungen. „Wir haben eine sehr gesunde Finanzsituation in Esch“, erklärte er, verwies aber zugleich auf das erwartete Bevölkerungswachstum und die damit verbundenen Anforderungen an Infrastruktur und Investitionen. Er sprach sich dafür aus, finanzielle Spielräume aktiv zu nutzen: Es sei wichtiger, in die Zukunft der Stadt zu investieren, als lediglich auf die gute Finanzsituation zu verweisen.

Abschließend hielt Weis fest, dass die Stadt die Krisen der vergangenen Jahre gut bewältigt habe und nun „ein Stück weit optimistischer auf die finanzielle Situation“ blicken könne als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig bleibe es notwendig, weiterhin verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln umzugehen.

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