„Joyeuse Entrée“

Esch stellt Programm für großherzoglichen Besuch vor

Die Stadt Esch hat am Dienstag das vollständige Programm der „Joyeuse entrée“ präsentiert. Die Veranstaltung wird länger dauern als zunächst geplant und soll zur gemeinsamen Chance für die Minett-Region werden.

Bruno Cavaleiro, Paul Zenners, Christian Weis und Josée Hansen präsentieren das Programm der „Joyeuse Entrée“ am Dienstagmittag

Bruno Cavaleiro (CSV), Paul Zenners, Christian Weis (CSV) und Josée Hansen (v.l.n.r.) stellten am Dienstagmittag das offizielle Programm der „Joyeuse entrée“ vor Foto: Editpress/Alain Rischard

Das Programm für die „Joyeuse entrée“ von Großherzog Guillaume und seiner Frau Stéphanie am 24. April in Esch steht – und geht länger als zunächst vorgesehen. Wie bei der Pressekonferenz am Dienstagmittag im Rathaus bekannt wurde, soll sich das Programm nun bis 22 Uhr erstrecken, statt wie bisher angekündigt bis 20 Uhr. Damit soll die Veranstaltung, die bereits in der Gemeinderatssitzung vom 13. März für teils scharfe Kritik gesorgt hatte, noch stärker den Charakter eines groß angelegten Volksfestes bekommen.

Bürgermeister Christian Weis (CSV) sprach von einem „außergewöhnlichen Moment“ für die Stadt Esch und die gesamte Minett-Region. Die „Joyeuse entrée“ sei nicht als rein lokale Veranstaltung zu verstehen, sondern als gemeinsames Projekt der Südgemeinden. „Es geht darum, die Region als Raum des Zusammenlebens, der Innovation und der Vielfalt zu präsentieren“, so Weis.

Das Programm

Erbgroßherzog Guillaume und Stéphanie beim Nationalfeiertag in Esch, festliche Feierlichkeiten 1920er Jahre

Besuch des damals noch Erbgroßherzogs Guillaume und seiner Frau Stéphanie im Rahmen der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Esch Foto: Editpress/Alain Rischard

Den konkreten Ablauf stellte anschließend Kulturdienstleiterin Josée Hansen vor. Der Besuch ist in mehrere Etappen gegliedert: Ab 15 Uhr beginnen in Belval erste Aktivitäten in der Nähe der „Hall des poches à fonte“, die sich insbesondere den Themen Forschung, Innovation und Zukunft widmen. Teilnehmende Akteure sind unter anderem die Universität Luxemburg sowie das „Luxembourg Institute of Socio-Economic Research“ (Liser) und das „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST).

Um 16 Uhr trifft das großherzogliche Paar mit dem Zug in Belval ein. Die Sängerin und Musiklehrerin des Escher Konservatoriums Laura Thorn, die Luxemburg im vergangenen Jahr beim „Eurovision Song Contest“ vertrat, soll das Staatsoberhaupt und seine Frau durch das Programm führen. Danach folgt die Weiterfahrt per Fahrrad über das „Vëlodukt“ in Richtung Stadtzentrum – begleitet von Vereinen wie „Haus vum Vëlo“, „Vëlo Diddeleng Asbl“ und „Vélo-Union Esch“ sowie künstlerischen Darbietungen.

Zirkus auf dem Brillplatz

Gegen 17 Uhr ist die Ankunft auf dem Brillplatz vorgesehen, wo der festliche Empfang stattfindet. Parallel dazu läuft hier bereits ab 16 Uhr ein Programm im Zeichen von Zirkus und Straßenkunst: Akrobatik, Tanz, Musik und interaktive Angebote für alle Altersgruppen finden auf dem Brillplatz statt. Auch für Kinder sind im Pausehof der Brillschule kreative und spielerische Aktivitäten vorgesehen.

Parkregelung am 24. April

Aufgrund des großherzoglichen Besuchs bleibt das Parkhaus am Brillplatz geschlossen. Die Stadt Esch empfiehlt, auf das P+R Belval-Université oder das Parkhaus am Rathausplatz auszuweichen. Der Parking „Hôtel de Ville“ ist an diesem Tag von mittags bis Mitternacht kostenlos zugänglich.

Neu ist vor allem die Verlängerung des Programms: Ab 18 Uhr – nach der Abreise von Großherzog Guillaume und seiner Gattin Stéphanie – geht das Fest in ein öffentliches Tanz- und Musikprogramm über, das mit einem DJ-Set bis 22 Uhr ausklingen soll. Ergänzt wird das Angebot durch Gastronomie mit lokalen Produzenten, Foodtrucks und Ständen.

Chance vs. Anachronismus

Den historischen und symbolischen Hintergrund der „Joyeuse entrée“ erläuterte Paul Zenners von der „Maison du Grand-Duc“ am Dienstagmittag. „Die Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück und markiert den offiziellen Antrittsbesuch nach einem Thronwechsel“, erklärte Zenners.

Heute stehe weniger das Zeremonielle im Vordergrund, sondern die Begegnung mit der Bevölkerung. Ziel sei es, „möglichst nah bei den Menschen“ zu sein und die verschiedenen Regionen des Landes sichtbar zu machen. Denn insgesamt sind fünf regionale Besuche vorgesehen: in Esch, Ulflingen, Wormeldingen, Mersch und Beckerich.

Während die schwarz-blau-grüne Mehrheit in Esch die Veranstaltung als Chance für Sichtbarkeit und Zusammenhalt im Süden sieht, hatten Oppositionsvertreter in der Gemeinderatssitzung vom 13. März das Budget, die Organisation und teils auch das Konzept grundsätzlich infrage gestellt. Besonders die Höhe der Kosten von rund 426.000 Euro und die Beauftragung externer Akteure wie frEsch Asbl. standen negativ im Fokus – ebenso wie die Frage, ob eine solche Inszenierung im Jahr 2026 noch zeitgemäß sei.

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