„En Dag wéi am Film“
Ein Hauch von Hollywood beim „Geenzefest“
Wiltz rollt den roten Teppich aus: Die traditionelle „Geenzefest“-Parade am Pfingstmontag zeigte Themenwagen zu berühmten Kino-Kassenschlagern.
Avatar-Charaktere durften nicht fehlen Foto: Editpress/Julien Garroy
Wer die Filmfestspiele in Cannes verpasst hat, kam am Pfingstmontag in der „Capitale des Ardennes“ auf seine Kosten: 32 Vereine, Musikkapellen und Unternehmen aus der Region brachten den Zauber Hollywoods zum „Geenzefest“ in die Gassen von Wiltz. Bei brütender Hitze harrten tausende Zuschauer aus, um in die Welt von Avatar, Jules Verne, Moulin Rouge und „König der Löwen“ einzutauchen.
Tausende Zuschauer kamen nach Wiltz, um den „Geenzefest“-Korso zu sehen Foto: Editpress/Julien Garroy
76. „Geenzefest“ in Wiltz: Tradition trifft modernes Kino
Die Geschichte des Wiltzer „Geenzefests“ reicht bis in das Jahr 1949 zurück, als der lokale Fotograf Tony Mander und seine Freunde das Fest ins Leben riefen, um das kulturelle Erbe der Ardennen zu feiern. Im Mittelpunkt des Volksfestes steht der Ginster – jener charakteristische Strauch, der die Hügel des „Éislek“ im Frühjahr in ein leuchtendes Goldgelb taucht und die tiefe Verbundenheit der Region mit ihrer Natur symbolisiert. Bis heute verbindet das Fest diese landschaftliche Schönheit mit lebendigem Brauchtum, dessen alljährlicher Höhepunkt der prachtvolle Blumenkorso rund um die amtierende Ginsterkönigin ist.

Traditionell werden die Festwagen von Traktoren gezogen Foto: Editpress/Julien Garroy
Gekrönt wurde die „Geenzekinnigin“ Fiona Streicher (19) bereits am Samstagabend, bevor ein Bal im Amphitheater des Wiltzer Schlosses auf das dreitägige Fest einstimmte. Ihren großen Auftritt hatte sie mit ihren „Éirendamen“ auf dem letzten Wagen des Korsos, von dem aus sie dem Publikum zuwinkten.
Der kreative Kopf hinter dem königlichen Look
Hinter dem glamourösen Look der royalen Delegation steckt Designer Kevin Thommes (30). Aufgewachsen ist der Modeschöpfer im zehn Kilometer entfernten Dorf Donkels, von wo aus er den Sprung an das Düsseldorfer „Mode Design College“ und in die Selbstständigkeit schaffte. Seit mehreren Jahren trägt er nun schon die Verantwortung für das stilistische Konzept rund um die Ginsterkönigin.

Designer Kevin Thommes hat das Kleid der „Geenzekinnigin“ Fiona Streicher entworfen und genäht Foto: Editpress/Julien Garroy
„Es ist mir eine riesige Ehre, für den Glamour des Geenzefests zu sorgen, da ich ja hier aus der Nähe komme“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. In rund 300 Arbeitsstunden habe er über vier Monate hinweg die Kleider entworfen und eigenhändig genäht. Und das will er auch weiterhin tun: „Nach dem Geenzefest ist vor dem Geenzefest!“