Bouneweger Lycée
Doch keine „7e classique“: Betroffene Schüler wechseln an andere Schulen
Das Bonneweger Lyzeum startet ohne „7e classique“ ins neue Schuljahr. Nach Gesprächen mit den Eltern wechselten die betroffenen Schüler an andere Schulen.
Zufrieden mit dem Ausgang der Situation ist Direktor Mike Borschette nicht: Das „Bouneweger Lycée“ wolle an der Idee eines eigenen „Classique“-Angebots festhalten Fotos: Editpress/Didier Sylvestre
Das Bonneweger Lyzeum wird im kommenden Schuljahr nun doch keine „7e classique“-Klassen anbieten. Das teilte Schuldirektor Mike Borschette am Dienstag gegenüber Radio 100,7 mit. Alle betroffenen Schüler hätten mittlerweile ein anderes Lyzeum gefunden. „Das bedeutet, dass wir letztendlich für das neue Schuljahr keine Klasse im klassischen Zweig in Bonneweg mehr haben“, sagte Borschette.
Eltern entschieden sich für andere Schulen
Die Schule habe die Situation gemeinsam mit den Eltern geprüft. Nachdem erste Familien das Angebot erhalten hätten, eine andere Sekundarschule zu finden, hätten das „plötzlich irgendwie alle“ gewollt. Die Schule habe sich dem nicht entgegengestellt.
Einige Schüler hatten sich laut Borschette jedoch auch direkt im Bonneweger Lyzeum eingeschrieben. Auch diese Kinder seien umorientiert worden. Die Schule habe mit dem Ministerium Rücksprache gehalten, denn es mache keinen Sinn, „nur für eine Handvoll Kinder eine 7. Klasse anzubieten“, sagte Borschette.
Direktor bedauert die Entwicklung
Der Schuldirektor hält den Ausgang der Situation jedoch „nicht für gut“. Nach seiner Einschätzung bietet die Bonneweger Schule eine sehr gute Ausbildungsqualität. Das Lyzeum sei „eine sehr dynamische Sekundarschule“ und wolle an der Idee eines eigenen „Classique“-Angebots festhalten. Die Stadt Luxemburg benötige mehr Klassen im klassischen Zweig, da diese „aufgrund der demografischen Entwicklung derzeit überbelegt sind“.
Vorwurf von „déi gréng“
Die Grünen-Abgeordneten Sam Tanson und Djuna Bernard hatten die Einführung der neuen „7e classique“-Klassen in Bonneweg in einer parlamentarischen Anfrage an Bildungsminister Claude Meisch (DP) infrage gestellt.
Nach ihren Informationen hätten „fast alle Schülerinnen und Schüler aus den Schulen dieses Viertels keine Aufnahme in verschiedenen anderen Lyzeen der Stadt Luxemburg erhalten“. Stattdessen seien sie im neuen klassischen Bildungsgang des „Bouneweger Lycée“ eingeschrieben worden. Tanson und Bernard vermuteten dahinter eine Strategie, um die für das neue Schuljahr vorgesehenen Klassen in Bonneweg zu besetzen.
Minister widerspricht Darstellung
Meisch wies den Vorwurf der Grünen-Abgeordneten in seiner Antwort zurück. Das Ministerium habe den Schulleitungen weder Anweisungen erteilt noch Empfehlungen ausgesprochen, „die darauf abzielen, die Einschreibungen von Schülern aufgrund ihres Wohnorts zu beschränken oder abzulehnen“. (les)