Kein Platz am Wunschlyzeum
Bildungsschöffe Paul Galles äußert sich zum Wirbel um Classique-Klassen in Bonneweg
Die Aufregung war groß, als Kinder aus Bonneweg vor den Sommerferien keinen Platz an ihrem Wunschlyzeum erhielten. Am Montag nahm Bildungsschöffe Paul Galles im Gemeinderat dazu Stellung – und stellte sich hinter das „Bouneweger Lycée Luxembourg“.
Ursprünglich sollte zum Schuljahresbeginn am Lycée Bonneweg eine „7e Classique“-Klasse starten. Dazu kam es jedoch nicht. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Wahrscheinlich haben sich bei uns allen Leute gemeldet und gesagt, dass ihr Kind nicht in das Lyzeum gekommen ist, in das es eigentlich sollte“, sagte Paul Galles (CSV) am Montag im hauptstädtischen Gemeinderat. So begann er seine Antwort auf eine Frage von Rätin Christa Brömmel („déi gréng“) zu einem Thema, das vor den Ferien bei einigen Familien in der Hauptstadt für Aufregung gesorgt hatte.
Demnach sollen mehrere Kinder aus Bonneweg keine Zusage ihres Wunschlyzeums erhalten haben und stattdessen an das „Bouneweger Lycée Luxembourg“ in direkter Nähe orientiert worden sein. Dieses wollte 2026 erstmals eine „7e Classique“-Klasse anbieten. Einige Familien wollten das Angebot jedoch nicht nutzen, wie Paul Galles am Montag erklärte: „Kinder wurden in das Bonneweger Lycée geschickt und da waren Leute dann nicht glücklich darüber, da die Schule wohl einen schlechten Ruf hat.“
Lyzeen entscheiden
Der für den Bereich Bildung zuständige Schöffe betonte, dass sich das Schulpersonal bei der Vorbereitung der neuen Klassen viel Mühe gegeben habe und am Ende „viel aushalten“ musste, „da die Leute ihren Frust abließen“. Eltern hätten zwar das Recht, ihr Kind am gewünschten Lyzeum anzumelden, aber, so Paul Galles: „Die Lyzeen haben die Souveränität, aufgrund der Dossiers zu entscheiden, wen sie nehmen und wen nicht.“

Schöffe Paul Galles (CSV) ist in der Hauptstadt u.a. für den Bereich Bildung zuständig Foto: Editpress/Alain Rischard
Dabei könne der Eindruck entstehen, die Schulen würden „die einen nehmen und die anderen nicht“, räumte Galles ein. Seinen Informationen zufolge sei jedoch noch einmal klargestellt worden, dass dies nicht der Fall sein darf. Der Bildungsschöffe unterstrich, dass die Gemeinde auf diese Prozeduren allerdings keinen Einfluss hat. Am Ende habe Paul Galles dann „mit gewisser Zufriedenheit festgestellt, dass sich die Situation entspannt hat.“
Doch keine „7e Classique“
Im Bonneweger Lyzeum dürfte die Zufriedenheit hingegen gering gewesen sein. Ende Juli erklärte Direktor Mike Borschette nämlich gegenüber Radio 100,7, dass es doch keine 7e Classique“-Klasse geben werde, da die betroffenen Schülerinnen und Schüler andere Einrichtungen gefunden hätten. Auch jene, die sich von Anfang an bewusst für das Bonneweger Lyzeum entschieden hatten, wurden umorientiert. Laut Borschette ergab es keinen Sinn, „nur für eine Handvoll Kinder eine 7. Klasse anzubieten“.
Abschließend verwies Paul Galles in der Ratssitzung darauf, dass auch in Esch Kinder nicht an ihrem Wunschlyzeum aufgenommen worden seien. „Ich gehe davon aus, dass sich das in den kommenden Jahren wiederholen wird. Das liegt an der hohen Zahl der Jugendlichen im Verhältnis zu den verfügbaren Plätzen“, sagte er. Nun sei eine nationale Strategie gefordert, um zusätzliche Lyzeen und Schulplätze zu schaffen.