Tier des Tages
Darum ist die Hausspitzmaus ein winziger Hochleistungsjäger
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Die Hausspitzmaus gehört zu den kleinsten, aber leistungsfähigsten Insektenfressern unserer heimischen Fauna. Ihr Stoffwechsel ist extrem hoch: Sie muss fast ständig fressen und kann täglich bis zu 90 Prozent ihres Körpergewichts aufnehmen.
In den letzten Jahren wurden in der Pflegestation auch Jungtiere dieser Art aufgenommen. Diese sind bei der Ankunft meist nackt, blind und völlig hilflos. Sie werden in warmen Inkubatoren oder auf Wärmematten versorgt, da eine stabile Körpertemperatur lebenswichtig ist.
Die Aufnahme beginnt mit einer ruhigen Stabilisierung: Zustand, Gewicht und Alter werden geprüft. Erst wenn die Tiere ausreichend warm sind, erfolgt eine vorsichtige Versorgung – zunächst mit Ersatzmilch, danach schrittweise mit fester Nahrung.
Die Aufzucht ist sehr anspruchsvoll, da die Jungtiere häufig gefüttert werden müssen. Mit zunehmendem Alter entwickeln sie schnell Zähne und beginnen, selbstständig Insekten zu fressen. Die Umstellung von Milch auf feste Nahrung erfolgt langsam und kontrolliert.
Im weiteren Verlauf werden die Tiere auf eine Auswilderung vorbereitet. Die tägliche Arbeit in der Pflegestation zeigt, wie viel Präzision und Erfahrung selbst kleinste Wildtiere erfordern.