Nach Rücktritt von Gilles Zeimet
Carlo Blum wird Interimsdirektor im CNA
Eine Woche nach dem Rücktritt von Gilles Zeimet hat das Kulturministerium einen zwischenzeitlichen Nachfolger gefunden. Bis Oktober soll Blum die Geschäfte der angeschlagenen Institution führen.
Blum war bis jetzt in der Nationalbibliothek Foto: Alain Rischard/Editpress; Porträt: Ministère de la culture
Der Regierungsrat hat am Mittwoch entschieden, Carlo Blum als geschäftsführenden Direktor des Centre national de l’audiovisuel (CNA) vorzuschlagen. Der bisherige stellvertretende Direktor der Nationalbibliothek (BnL) soll die Einrichtung vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2026 leiten – solange, bis das laufende Rekrutierungsverfahren für eine neue Leitung abgeschlossen ist.
Blum ist Informatiker, hat an der Université libre de Bruxelles studiert und ist seit dem Jahr 2000 an der BnL tätig. Dort leitete er zuletzt die Abteilung für Informatik und digitale Innovation und war maßgeblich an Projekten zur Digitalisierung, Langzeitarchivierung und technologischen Modernisierung beteiligt. Bei seiner Ernennung betonte er die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den nationalen Kulturinstitutionen.
Die Ernennung ist die unmittelbare Folge des Rücktritts von Gilles Zeimet, der nach monatelangen Berichten über ein toxisches Arbeitsklima, Mobbingvorwürfe und – laut einer Tageblatt-Datenanalyse – vertuschter Klimaschwankungen in der Unesco-Ausstellung „Family of Man“ zurückgetreten war. Kulturminister Eric Thill (DP) hatte bereits eine Begleitkommission eingesetzt, die das CNA in der Übergangsphase begleiten soll. Mit dieser Kommission wird Blum laut Mitteilung des Ministeriums eng zusammenarbeiten.
Blum ist Experte für Digitalisierung und Archivierung. Die Wahl dürfte angesichts der dokumentierten technischen Mängel beim Schutz der Unesco-gelisteten Sammlung keine zufällige sein.